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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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will.-O mein Traum, mein Traum tritt mir jetzt

wie eine Thräne ans Herz! In der Nacht des dritten Oster-tags träumte mir: ich und Emanuel ständen in einer dun-keln Nachtgegend. Eine große Sense am westlichen Hori-zonte warf wiederschcinende laufende Blitze auf die hohenFluren, die sogleich vertrockneten und erblichen. Wenn aberein Blitz in unser Auge flatterte: so zog sich unser Herz süßzergehend empor in der Brust und unsere Körper wurdenleichter zum Wegschwebcn.ES ist die Sense der Zeit, sagteEmanuel, aber von was hat sie wol den Wiederschein?"Wir schaueten nach Morgen und dort hing weit in derFerne und hoch in der Luft ein weites dunkelglühendeö Landaus Duft, das zuweilen blitzte.Ist das nicht die Ewig-keit?" sagte Emanuel. Da sanken vor uns lichte Schnee-perlen wie Funken nieder wir blickten auf und drei gold-grüne Paradiesvögel wiegten sich oben und zogen unauf-hörlich in einem kleinen Kreis hinter einander umher, unddie fallenden Perlen waren aus ihren Augen oder ihre Au-gen selber. Hoch über ihnen stand der Vollmond im Blauen,aber aus der Erde war doch kein Licht, sondern ein blauerSchatten: denn das Himmelblau war eine große blaue Wolke,bloö an einer Stelle vom Monde geöffnet, der nur auf diedrei Paradiesvögel und unten auf eine Helle von uns abgc-kehrte Gestalt Schimmer nicdergoß Sie waren dieseGestalt und wendeten Ihr Angesicht blos gegen Morgen,gegen die hängende Landschaft, als ob Sie etwas da sogleicherblicken würden. Die Paradiesvögel säeten die Perlen häu-figer in Ihre Augen:es sind die Thränen, die unsere Freun-din weinen muß," sagte Emanuel; auch fielen sie dann ausIhren Augen, aber lichter, und blieben glimmend auf dem