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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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Leben; aber mir war bisher, als würd' ich wacher aus derzurückgehendcn Traumnacht Siche! da behielt ich ausdem paradiesischen Traum eine Blume *), die Sie mir gelassenhaben, damit ich unaussprechlich glücklich bliebe und da-mit meine Sehnsucht so groß würde wie meine Seligkeit.Warum zieht dieser Flor alle heißen Thronen tief aus mei-nem Herzen herauf, warum sch' ich hinter diesem gewebtenGezitter die Augen aufgehen, die so weit von mir sind unddie mein Inneres so wehmüthig bewegen? O nichts befrie-digt die liebende Seele, als was sie mit der geliebten thcilt:darum schau' ich den Frühling mit so süßem Wallen an;denn sic genießet ihn auch, sag' ich darum gefällst du mirso, du lieber Mond und Abcndstern; denn du umspinnst mitdeinen Silberfäden auch ihre Schatten und ihre Maiblumen darum vertief' ich mich so gern in jedes schattirte ThalIhres Eldorados**); denn ich denke: in den vergrößertenSchatten, in den duftenden Blüten dieser Bilder wandelt siejetzt, und die Mondsichel wendet die Blitze der Sonne ge-mildert auf Ihr Auge zurück. Wenn ich dann zu freudigwerde, wenn der Abcndregcn der Erinnerung auf die hei-ßen Wangen fällt, wenn sich meine Entzückung auf einemeinzigen bebenden langen Dreiklang des Klaviers auf- undniederwiegt: dann thut dem taumelnden Herzen das Zitternund Schweigen und die unendliche Liebe zu weh, dann sehn'ich mich nur nach dem kleinsten Laut, womit ich der Gelieb-ten meines Herzens sagen darf, wie ich sie liebe, wie ichsic ehre, daß ich für sie leben will, daß ich für sie sterben

Den Florhut.

**) Die Prospekte von Maicnthal.