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5 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : drittes Heftlein
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thcils stand auf ihrem Gesichte, als er vor sic trat, und seineWetterwolke war seitwärts gegangen. Wenigstens stieß eine,die über der Fürstin selber hing, seine ab; sie war nämlichkrank, aber nicht an Augen blos, und eine zweite Botschaft,die ihn holen sollte, hatt' ihn nur verfehlt. Sie empfing ihnim Bette nicht ihrer Krankheit, sondern ihres Standeswegen: denn für Damen von einigem Range ist das Bettedas Hoflager die MooSbank der Hochaltar die Kö-nigpfalz kurz der Fürstenstuhl und Sessel. Wie der Phi-losoph Deskartes, der Abt Galiani und der alte Shandp, sokönnen sic in diesem Treibhaus am besten denken und arbei-ten. Ob sie gleich im Bette lag, so war sie, wie gesagt,doch nicht gesund, sondern von Kopf- und Augenschmerzcnangefallen. Daher hatte sie von ihrer fortgeschickten Diener-schaft für heute nichts behalten als eine Kammerfrau, die siesehr liebte, und die Mücke an der Wand, die sie irrte,und unfern Doktor, der eines von beiden unterließ. Ichhätte eine im offenstchenden Bilderkabinct seßhafte Hofdamegerne mitgezählct; aber sie saß so stumm und unbeweglichdraußen, daß Viktor schwur, sie ist entweder ein Knicstückoder eine Deutsche oder beides. ES ersparte den ver-brühten Augen der Fürstin eben so viel Schmerzen, daß dergrüne Lichtschirm und die grünen Atlastapcten und die grü-nen Atlasgardinen im Krankenkabinet ein wogendes blauesHelldunkel zusammengosscn, als cs gesunden Augen Vergnü-gen verschaffte. Eine einzige Wachskerze stand auf einemLeuchter, den alle Jahreszeiten einsaßten, nämlich abgebildcte über welche Sitte der Großen, die Natur immer nur inSpielmarken, in eiligis und durchs Kopirpapier, nie in na-