IS
Achter Gesang.
3 .
Der Ritter, sagt' ich, sich verstellend reitetAuf Rabican, bewehrt, dem Thore zu.
Stürzt ans die Wache, die sich nicht bereitet,
Unh hält das Schwcrdt nicht lange dort in Ruh,Läßt diesen todt, den übel znbereitet,Sprengt von der Brück' herab, zerhaut im NuDas Gatterthor und naht den Waldgehcgen;
Da kommt ein Knecht Aleinens ihm entgegen»
4 .
Dem Diener saß ans seiner Faust ein Geier,Den er zur Lust tagtäglich stiegen ließBald ans dem Felde, bald am nahen Weiher,Wo er beständig rings ans Beute stieß.
Sein kleiner Gaul war just kein fehlerfreier;Ihm folgt' ein Hund, der niemals ihn verließ.Er dachte Wohl, daß Rüd'ger Flucht genommen,Da er ihn sah in solcher Eile kommen.
5 .
Er naht sich ihm und fragt höchst unbescheiden,Weßhalb er doch mit solcher Eile jagt?
Darüber will ihn Rüd'ger nicht bescheiden;
Und sichrer nun, daß er zu stiehn gewagt,
Beschließt der Knecht, den Weg ihn, abzuschneiden,Streckt seine Linke gegen ihn und sagt:
Was sprächest d», wenn ich dich halten wollte?Wenn vor dem Vogel nichts dich schützen sollte?Ariosto I. 1Z