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Mir träumte, ich stehe in der zweiten Welt: um michwar eine dunkelgrüne Aue, die in der Ferne in hellere Blu-men überging und in hochrothe Wälder und in durchsichtigeBerge voll Goldadern — hinter den krystallenen Gebirgenloderte Morgenroth, von perlenden Regenbogen umhangen— auf den glimmenden Waldungen lagen statt der Thau-tropfen niedergefallene Sonnen und um die Blumen hingen,wie fliegender Sommer, Nebelsterne. ... Zuweilen schwank-ten die Auen, aber nicht von Zephprn, sondern von Seelen,
die sie mit unsichtbaren Flügeln bestreiften. --Ich war
der zweiten Welt unsichtbar; unsere Hülle ist dort nur einkleiner Leichenschleier, nur eine nicht ganz gefallene Ne-belflocke.
Am Ufer der zweiten Welt ruhte die heilige Jungfrauneben ihrem Sohne und schauete auf unsere Erde herab, dieunten auf dem Todtcnmeere schwamm mit ihrem engen Früh-ling, klein und hinabgesenkt, und nur vom Widerschein ei-nes Widerscheins düster beschienen und jeder Welle nach-irrend. Da machte die Sehnsucht nach der alten geliebtenErde Mariens zarte Seele weicher und sie sagte mit schim-mernden Augen: „o Sohn, mein Herz schmachtet weinend„nach meinen theuern Menschen — ziehe die Erde herauf,„damit ich den geliebten Geschwistern wieder nah' in das„Auge blicken kann; ach, ich werde weinen, wenn ich leben-dige sehe."
Christus sagte: „die Erde ist ein Traum voll Träume;„du mußt entschlafen, damit dir die Träume erscheinen„können."
Maria antwortete: „ich will gern entschlafen, damit ich