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Fr'rmian geschämt, zum Frisör zu sagen, er habe sich bisherdas Bestallungschreiben eines Aukzionators seiner eignen Mö-beln zugescrtigt. Hier suhlte er, daß er vor Einer Personund vor Armen mehr über seine Dürftigkeit erröthe, als voreiner ganzen Stadt und vor Reichen — und er fuhr zornigauf über die verdammten Wind-Versetzungen der mensch-lichen Eitelkeit in die edelsten Theile. —
Sogar dem Leser kann der mit lauter Distelköpfen ein-gefaßte Weg zum Andrcastage nicht länger Vorkommen,als meinem Helden, der noch dazu die Distelköpfe insge-sammt anfassen und ausreißen mußte; sein Garten desLebens glich immer mehr einem guten englischen, worinnur stachlichte und leere, aber keine Obstbäume gelittenwerden.
Jeden Abend, wenn er das Schloß am Gitterbette auf-drückte, sagt' er äußerst vergnügt zu seiner Lenette: „jetzt„sind nur noch 20 (oder 19, oder 18, oder 17) Tage hin„auf das Schwenkschießen." Aber nun hatte der Haarkräus-ler und Verstcigerungausrufer Lenctten — obgleich die Abendelang und dunkel und vortrefflich für arme Pfandherren wa-ren, und den verschämten nackten Jammer der armen Leutezudcckten — gänzlich verderbt; sie schämte sich vor den Leu-ten im Hause. Firmian, der sich über die Unerschöpflichkeitseines Kopses und seines Hauses zugleich verwunderte undder immer zu sich sagte: „ich bin doch neugierig darauf, was„mir heute wieder beifallen wird, und wie ich mich aus die-ser Affaire ziehe" — Firmian hatte einige Tage nach demMartini-Essen wieder zwei gute Möbeln in Vorschlag, einenlangen Stechheber und ein breites großes Schaukelpferd (vonseiner Kindheit). „Wir haben weder ein Faß noch ein Kind"
Jean Paul's ausgew. Werke. VIII. 17