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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
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Fr'rmian geschämt, zum Frisör zu sagen, er habe sich bisherdas Bestallungschreiben eines Aukzionators seiner eignen Mö-beln zugescrtigt. Hier suhlte er, daß er vor Einer Personund vor Armen mehr über seine Dürftigkeit erröthe, als voreiner ganzen Stadt und vor Reichen und er fuhr zornigauf über die verdammten Wind-Versetzungen der mensch-lichen Eitelkeit in die edelsten Theile.

Sogar dem Leser kann der mit lauter Distelköpfen ein-gefaßte Weg zum Andrcastage nicht länger Vorkommen,als meinem Helden, der noch dazu die Distelköpfe insge-sammt anfassen und ausreißen mußte; sein Garten desLebens glich immer mehr einem guten englischen, worinnur stachlichte und leere, aber keine Obstbäume gelittenwerden.

Jeden Abend, wenn er das Schloß am Gitterbette auf-drückte, sagt' er äußerst vergnügt zu seiner Lenette:jetztsind nur noch 20 (oder 19, oder 18, oder 17) Tage hinauf das Schwenkschießen." Aber nun hatte der Haarkräus-ler und Verstcigerungausrufer Lenctten obgleich die Abendelang und dunkel und vortrefflich für arme Pfandherren wa-ren, und den verschämten nackten Jammer der armen Leutezudcckten gänzlich verderbt; sie schämte sich vor den Leu-ten im Hause. Firmian, der sich über die Unerschöpflichkeitseines Kopses und seines Hauses zugleich verwunderte undder immer zu sich sagte:ich bin doch neugierig darauf, wasmir heute wieder beifallen wird, und wie ich mich aus die-ser Affaire ziehe" Firmian hatte einige Tage nach demMartini-Essen wieder zwei gute Möbeln in Vorschlag, einenlangen Stechheber und ein breites großes Schaukelpferd (vonseiner Kindheit).Wir haben weder ein Faß noch ein Kind"

Jean Paul's ausgew. Werke. VIII. 17