255
Evangelien entrathen, als zu Weihnachten die Stollen —zu Ostern die Käskuchen --- am Martinitag die Gans; ihrMagen fordert, wie ein katholischer Altar, an jedem h. Festeinen andern Fest-Uebcrzug. Daher ist dieses kanonische Ge-bäck ihr zweites Abendmahl, das sic, wie das erste, nichtdes Gaumens halber nehmen, sondern „der Ordnung wegen."— SiebcnkäS fand im Antonin und Epiktct kein Mittel undkeine Ersatzmänner der Gans, womit er die wimmernde Le-nettc hätte stillen können, die immer sagte: „wir sind doch„auch Christen und gehören zur lutherischen Gemeinde: und„heute haben alle Lutheraner Gänse auf dem Tisch; so war's„bei meinen sel. Eltern. — Aber du glaubst an nichts." —Aber der Ungläubige schlich noch am späten Judenfeiertagezum Juden, welcher einen artigen Gänsestall mit dünnen undmit fetten Lebern als einen Poststall für auswärtige Glau-bensgenossen hielt. Er zog bei ihm eine hebräische Duodez-bibel aus der Tasche und legte sie auf den Tisch mit denWorten: er sind' an ihm mit Freuden einen wackcrn Gesetz-studirenden; einem solchen aber geb' er am liebsten seineBibel ganz, ohne einen Heller zu verlangen; er selber könnesie als eine unpunktirte (ohne Selblauter) ohnehin nichtgut lesen, zumal da es ihm auch mit einer punktirten nichtgelinge. „Aber meine Serviettcnpresse — setzte er hinzu,„und brachte sie unter dem Schanzlooper hervor — möcht'„ich gern hier ablegen, da sie mich beschweren würde. Ich„wünschte nämlich gern aus Ursachen einen Ganser aus Ihrem„Stalle mitzunehmen — er kann immer zaundürr seyn; —„Sie mögen ihn meinetwegen an einem so heiligen Tage für„ein Almosen nehmen, daö Sie mir geben. Hol' ich die