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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
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hinaus war: umfaßte der Armcnadvokat seine zürnende Hul-din und überschüttete sie mit allen Beweismitteln, mit Be-weisen zum ewigen Gedächtniß, mit halben Beweisen, mitBeweisen durch Augenschein, mit Haupteiden und Schluß-siguren, womit nur eigne Zärtlichkeit zu erhärten oder fremdezu bekehren ist. Der Beweistermin strich ohne Nutzenvorbei: er hätte eben so gut den harten kalten Taufengel inder Hauptkirche umhalsen können, so kalt und stumm verbliebder seinige. Der Pelzstiefel war der blutstillende Tour-niket umLenettens offne strömende Pulsader gewesen: durchsein Fortgehen hatt' er den Lerchenschwamm seiner Zungevon ihren Augen gezogen und nun gossen sie ohne Maßdarnieder.

Siebenkäs ging oft ans Fenster und in die Kammer,um ihr zu verbergen, daß er sie nachahme und daß ihn ihrSchmerz, der so wenig vernünftig war, gleichwol zu einemsympathetischen hinreiße. Man erträgt und verzeiht einenübertriebnen Kummer leichter, den man selber machte, alsden andere verursachen. Den andern Tag drückte eine un-ausstehliche Stille das Zimmer. Da es bloS das erste Beetin der ehelichen Samenschule war, in das die Kerne zu Zank-äpfeln gelegt wurden: so hörte man noch kein Rauschen derSaat dabei. Eine Frau vermag's im ersten Zwiste nochnicht, sondern erst im 4ten, loten, 10,000sten ist sie imStande, zugleich mit der Zunge zu verstummen und mit demTorso zu lärmen, und jeden Sessel, den sie wegschiebt, jedenQuerl, den sie hinstreckt, zu ihrer Sprachmaschine und Sprach-welle zu verbrauchen und desto mehr Instrumentalmusik zumachen, je länger ihre Vokalmusik pausirt. Lenettc Wen-deline verrichtete und fragte alles so leise, als hätte ihr