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woll' ihr, hoff' er, andere Lieder vorlesen, als da unten ver-käuflich herumgetragcn würden. Er war nämlich einer dergrößten Dichter in Kuhschnappel, wiewol er bisher mehrseine Verse bekannt gemacht, als daß diese ihn bekannt ge-macht hätten. Seine Gedichte glichen wie die meisten jetzigenganz den Musen selber, indem sie, wie die Musen, ächteKinder deS Gedächtnisses waren. Jede altfränkischeStadt hat wenigstens ihren neumodischen Gecken, der dieIivEm-8 macht; und jede kalte prosaische, reichSgerichtlich-stplisirte hat doch ihr Genie, ihren Dichter und Empfinden;oft werden beide Stellen von Einem Subjekte verwaltet wiehier. Der große und der kleine Rath hießen ihren Rosaein Kraftgenie, von der Genie-Seuche angesteckt. DieseSeuche gleicht der Elephantiasis, welche Troil in seinerReise durch Island im 24. Briefe richtig beschreibt und diedarin besteht, daß der Pazient an Haaren, Ritzen, Farbe,Beulen der Haut und allem völlig einem Elephantcn ähn-lich sicht, nur daß er seine Stärke nicht hat und in einemkalten Klima lebt.
LvLi-arll zog eine rührende Elegie aus der einen oderlinken Tasche, worin (ich meine in der Elegie) ein an derLiebe verfallender Edler sich selber niedcrsang, und er merktevoraus an, er wolle gern solche ihr vorlesen, falls er sieanders vor Rührung durchbringe; aber bald preßte dem Ver-fasser das Gedicht mehr als eine Thräne und Rührung abund er mußte zu seiner Ehre ein neues Beispiel abgeben,daß, wie männlich und kalt auch er und Dichter seines Glei-chen sich bei den größten Leiden der Menschheit zu fastenwissen, sie sich doch nicht ganz bei denen der Liebe bezwingenkönnen, sondern weinen müssen. Sie bereuen freilich solche