ner Seite an diesem Abende wieder Stiefeln Freude und dieAussicht zu mehr als einer an, nämlich aus dem von Leib-gcber hintcrlassenen Münzkabinetchen einen Mücken- oderWespcnthaler, nicht um für die Bestallung zum kritischenWespennest ein üoeiceur zu geben, sondern um den Mücken-thaler in kleineres Geld umzusetzen. Der Schulrath, derals der fleißige Silberdiener eines eigenen Thalerkabinettcsgern gesehen hätte, alles Geld wäre überhaupt nur für Ka-binette da — er meinte aber numismatische, nicht politische— funkelte und erröthcte entzückt über den Thaler undbetheuerte dem Advokaten, welcher dafür nur den Natur-,nicht den Kunstwerth erstattet verlangte: „aber ich erkenne„hierin den wahren Freundschaftdienst." — „Nein, versetzte„Siebenkäö, aber den wahren that mir Leibgebcr, der mir„den Thaler gar geschenkt." — „Aber ich gäbe gewiß drei-mal mehr dafür, wenn Sie es nur fordern wollten," sagteStiefel. — „Aber" (siel Lcnctte, über Stiefels Freundlich-keit und Entzückung entzückt, ihren Mann heimlich zum Fest-bleiben anstoßend, mit einer Dreistigkeit ein, die mich wun-dert) „mein Mann will'S sa nicht anders; und ein Thaler„ist ein Thaler." — „Aber, versetzte Siebenkäs, dreimal„weniger eher dürft' ich künftig fordern, wenn ich Ihnen
„mein Kabinctchen thalerweise abstehe."-Ihr lieben
Seelen! Wären doch die menschlichen Ja immer solche Aberwie eure!
Der Hagestolze Stiefel ließ sich an einem so genußreiche»Abende ächte Höflichkeit gegen das weibliche Geschlecht amwenigsten nehmen, besonders gegen eine Frau, die er schonals Braut in seinem Brautwagen liebgewonnen und die ihmgar jetzo als Gattin eines solchen Freundes und als solche
Jean Paul's auSgew. Werke. VIII. ?