87
Hab' er selber dieses dritte Kapitel vor sich, und fang' csgrade so an wie ich hier.
Der Grund war, er faßte eine gute Klage gegen seinenVormund Blaise ab, stattete sie mit mehren satirischen Zügenaus, die bloö er selber verstand, und reichte sie bei der Erb-schaftkammer ein. Nur etwas in der Noth gethan, so ist'Sschon etwas. Das Glück schicke uns eine noch so unfreund-liche frostige Herbstluft auf den Hals — zerbricht es unönur nicht wie Schwänen das oberste Flügelgelenk: so wirduns allemal das Geflatter, das wir damit machen, wo nichtin ein wärmeres Klima tragen, doch ein wenig selber inWärme bringen. — Der Frau verbarg Firmian Sieben-käs aus Gründen der Liebe den Aufschub der Erbschaft wieden verjährten Tauschhandel mit seinem Namen: er vcrtrauctedaraus, daß eine eingehegte Advokatensrau niemals einemvornehmen Patrizier in die häusliche Karte werde schauenkönnen.
Was konnte überhaupt einem Menschen viel fehlen, deraus seiner stillen Woche eines Einsiedlers auf einmal in dieFlitterwochen eines Zweisiedlers gefahren war? Jetzo erstfaßte er seine Lenette recht in zwei Arme — vorher hatt' erimmer seinen im Leben ab- und zuflatternden Freund festmit der linken an sich gehalten — und sie konnte sich nunin seinen Herzkammern viel bequemer ausbreiten. Und diescheue Frau that es wol, so weit sie wagte; sie bekannte ihm,vbwol furchtsam, eS sei ihr fast lieb, daß der unbändige Sau-sinder nicht mehr unter dem Tisch liege und gräulich vor-gncke; ob sie aber nicht über den wilden Herrn desselben dasNämliche gedacht, wäre nie von der gehorsamen Gattin her-