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8 (1848) Siebenkäs : erstes und zweites Bändchen
Entstehung
Seite
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Verlassene sah dem Läufer nach, ohne seinen Abschied mitEinem Laute zu begleiten. Im Thale hielt der Läufer anund bückte sich tief und band seine Strumpfbänder wei-ter.Hättest du das nicht, riefSiebenkäS, da oben thunkönnen?" und lief hinab und sagte:wir bleiben bis zumNabenstcine bei einander." Das Sandbad und das Re-verberirscuer eines edlen Zornö machte heute alle ihreweichen Empfindungen heißer, wie ein hitziges Klima Gifteund Gewürze verstärkt. Da der erste Abschied schon dieAugen übergossen hatte: so konnten sie nichts mehr beherr-schen als die Stimme und den Ausdruck.Du bist dochgesund nach der Aergerniß," sagte Siebenkäs.Wennder Tod der Hausthiere den Tod des Hausherrn bedeutet,wie die Leute glauben sagte Leibgeber so leb' ichewig; denn meine Menagerie*) von Thieren ist noch frischund gesund." Endlich stockten sie vor dem Markthallendes Marktfleckens, vor der Gcrichtstätte:Ei nur gar hinauf!"sagte Siebenkäs.

Als sie diesen Gränzhügel so manches verunglücktenDaseynS erstiegen hatten, und als er auf den mit Gründurchbrochnen steinernen Altar so manches schuldlosen Opfersniederblickte und sich eS in der verfinsterten Minute vorstellte,welche schwere gequälte Bluttropfen, welche brennende Thrä-nen oft von gepeinigten und vom Staat und vom Liebhabergemordeten Kindermvrderinnen**) auf diese ihre letzte und

*) Plato malt bekanntlich unsere niedriger» Leidenschaften alseinen im Unterlcibe zappelnden Viehstand ab.

Er hatte gerade eine angebliche Kindermördcrin zu ver-theidigen.