nicht am höchsten an. Ja nicht einmal die bloße Unähnlich-keit. ihrer ungleichnamigen Pole (denn Siebenkäs verzieh,Leibgeber bestrafte lieber; jener war mehr eine horazische Sa-tire, dieser mehr ein aristophanischer Gassenhauer mit un-poetischen und poetischen Härten) entschied ihr Anziehen.Aber wie Freundinnen gern einerlei Kleider, so trugen ihreSeelen ganz den polnischen Nock und Morgenanzug des Le-bens, ich meine zwei Körper von einerlei Aufschlägen, Far-ben, Knopflöchern, Besatz und Zuschnitt: beide hatten den-selben Blitz der Augen, dasselbe erdfarbige Gesicht, dieselbeLänge, Magcrheit und alles; wie denn überhaupt das Na-turspiel ähnlicher Gesichter häufiger ist, als man glaubt,weil man eö nur bemerkt, wenn ein Fürst oder ein großerMann einen körperlichen Wiederschein wirft. Daher wollt'ich ordentlich, Leibgeber hätte nicht gehinkt, damit manihn nicht daran von Siebenkäsen unterscheiden können,zumal da dieser auch sein Kennzeichen, das ihn von jenemabsondern konnte, geschickt wegradirt und wcggeätzt hattedurch eine lebendige Kröte, die er auf dem Kennzeichen krc-piren lassen; es war nämlich ein pyramidalisches Mutter-maal neben dem linken Ohr gewesen, von der Gestalt einesTriangels, oder deS ZodialkalschcinS, oder eines aufgestülptenKometenschwanzeö, eigentlich eines Eselohrs. Halb aus Freund-schaft, halb aus Neigung zu tollen Szenen, die ihre Ver-wechselung im gemeinen Leben gab, wollten sie ihre alge-braische Gleichung noch weiter fortsetzen — sie wollten näm-lich einerlei Vor- und Zunamen führen. Aber sie geriethendarüber in einen schmeichelnden Hader; jeder wollte der Na-menvetter des andern werden, bis sie den Hader endlich da-durch schlichteten, daß beide die eingetauschten Namen behicl-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten