blühendes glimmendes Morgenland zu zeigen — die Thrä-nen ihrer Träume aus anfgeschloßnen Augen zu locken —sie über ihre Wünsche zu heben, und das weiche von einemlangen Sehnen gepreßte und in harte Ketten gelegte Herzaus einmal losgebunden im Frühlingwehen der Dichtkunstauf und ab zu wiegen und in ihm sanft durch einen feucht-warmen Lenz einen bessern Blumensamen aufzuschwellen,als in dem nächsten Boden aufgeht. . . .
Um 1 Uhr war ich schon fertig und stand im 44stenKapitel; denn ich hatte zu drei Thcilen nur drei Stundengebraucht, weil ich alle Extrablätter aus dem Buche alsSprecher der Weiber hcrausgerisscn hatte. „Ist der Vater„das Kauf-, so ist die Tochter das Lese-Publikum, und man„muß sic mit nichts abmartern, was nicht rein historisch„ist," sagt' ich und opferte meine liebsten Ausschweifungenauf, für welche überhaupt eine so reizende Nachbarschaft dieWildbahn nicht ist. ....
Dann hustete der Alte — fuhr aus dem Sessel —fragtenach der Uhr — wünschte zuerst gute Nacht — schickte mich,der eben dadurch eine einbüßte, fort, und sah mich nichtwieder als acht Tage darnach am heiligen Abende vor demNeujahr.
ES wird noch meinen Lesern beisallen, daß ich an die-sem Abende wiederzukommen verheißen, weil ich dem Prin-zipal einen kurzen Bericht über die Blumen stücke — esist eben gegenwärtiges Buch — erstatten wollte und sollte.
Ich betheure dem geneigten Leser, daß ich ihm jetzo dieSache nicht anders berichte, als sie war.
Ich erschien denn am letzten Abende des Jahres 1794wieder, aus dessen rvthgefärbten Wellen so viele verblutete