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So stehen die Sachen, inzwischen ist manches natürlich:Der allerkältcste Leser hält den Verfasser keiner kritischenBesserung für fähig; der allerwärmste keiner für bedürftig;beide kommen nur im Satze zusammen, daß ihm alles blosso natürlich entfahre und entschieße, wie den Blattläusenhinten der von Bienen so gesuchte Honigthau, daß er abernicht wie die gedachten Bienen den Honig mit dem dazugehörigen Wachse künstlich zubereite.
Manche wollen ordentlich, daß jede Zeile ein ersterErguß und Ausbruch bleibe — als ob die Verbesserung der-selben nicht auch wieder ein erster Ansbruch wäre. AndereKunstleser nehmen keine Partei, und daher lieber eine zweifache.Wollt'ich die Sache kurz ausdrücken: so braucht' ich blos zubemerken: ste fragen erstlich, warum läßt der Mann nichtlieber sein Herz allein reden? und setzen zweitens, wenn eseiner gethan, dazu, wie anders und reicher würde sich einsolches Herz vollends durch die Sprachlehre der Kunst undKritik aussprechen! — Aber ich kann denselben Gedankenauch viel weitläustiger, wie folgt, vortragen. Bändigt sichein Dichter zu scharf, beherzigt er weniger sein vollschla-gcndes Herz als das feine Adergeflechte der Kunst und zer-theilt er den vollen Strom in den feinsten kritischen Schweiß:so merken sie an: wahrlich, je dicker und härter der Wasser-stral, desto höher treibt er sich auf und überwältigt unddurchdringt die Luft, indeß ein feiner auf halbem Wege zer-flattert. Thut der Verfasser aber das Gcgentheil, drückt ermit einem Drucke nichts aus als sein übervolles Herz undläßt die Blutwellen lausen, wie sie wollen: so schärfen diegedachten Kunstrichter den Satz — aber in einer andernMetapher, als ich von ihnen erwartet hätte — ein: mü