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Hanna, ich licbe Dich, jetzt nur Dich-o Kind, liebe mich nun auch
wieder/'
Diese im Unmaß des Schmerzes und der Zärtlichkeit wußte nicht,was sie thun solle; sie drückte die Schwester an sich, sie umschlang sie miteiner Hand, und streichelte nnt der andern über die glänzenden Haupt-haare derselben, wie man todtbetrübte Kinder beschwichtiget;-sie
selbst, bis zu Tode betrübt, erhielt nur Kraft durch die noch größere Be-trübniß der Schwester, die sie lindern wollte. Zu dem Ritter aber sagtesie leise: „Erzählet nichts mehr."
Dieser aber beugte sein Haupt im Schmerze vorwärts, und sah mitden verdunkelten von Thränen zitternden Augen auf das schöne vor ihmvergehende Geschöpf, das er so lange geliebt, das sein Herz so lange be-gehrt hatte; cs wollte ihm vor Mitleid zerspringen, und es war ihm, alsdrehe sich mit ihm der Fußboden des Gemaches. Sachte wollte er hin-anszehen, um den Schwestern Zeit zu gönnen, aber Clarissa hörte seineTritte, und sah Plötzlich auf, und sagte: „Bruno, geht nicht, es ist hierso dunkel, und wir haben Niemand, als einen alte» Mann und seinenEnkel-Bruno, lasset uns ein Fenster machen."
„Alles, Alles, Clarissa, werden wir machen lassen. Sehet, ich werde»och heute um Arbeiter fortreiten, wir werden für den Winter ein Noth-dach auf einige Gemächer sehen, Fenster, Thüren, Stiegen, alles anferti-gcn — Eure Harfe werde ich aus dem Waldhause holen lassen — EureBücher, daß Ihr dem Winter getrost entgegensehe» könnet."
„Wir sehen jetzt Allem getrost entgegen," sagte sie, indem sie wie-der ihr Antlitz auf Johannen's Schultern legte.
Der Ritter ging stille hinaus. Er sprach mit Gregor, Raimund undden Mägden, und nach einiger Zeit sah man ihn wieder über den grauengcsrornen Boden davonreitcn.
Ein Nothdach war gesetzt, Thore, Stiegen, Gemächer wieder einge-richtet, aber immer sah die Burg wie eine Ruine aus. Jahre kamen undvergingen, und immer sah die Burg wie eine Ruine aus. Alle ZeichenRonald's trogen, und der Krieg, statt ein Ende zu nehmen, dauerte nochin die Jahre und Jahre, aber nie mehr erschien ein Feind vor Witting-hausen; ein Theil wußte, was sie für Ronald bedeutete, ein Theil kannteweder Ronald, noch die Feste.
Die Schwestern lebten fortan dort, beide unvermählt. Johanna