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1 (1855)
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als einzigstes und schönstes in unsere Seele prägt, und dazu die Fluren,wo es wandelte, als ewig schwebende Gärten in die dunkle warme Zau-bersantasie hängt!

Wenn sich der Wanderer von der alten Stadt und dem SchlöffeKrumau, dieser grauen Wittwe der verblichenen Rosenberger, westwärtswendet, so wird ihm zwischen unscheinbaren Hügeln bald hier bald daein Stück Dämmerblau hereinscheinen, Gruß und Zeichen von draußenziehendem Gcbirgslande, bis er endlich nach Ersteigung eines Kammesnicht wieder einen andern vor sich sicht, wie den ganzen Vormittag, son-dern mit eins die ganze blaue Wand von Süd nach Norden streichend,einsam und traurig. Sie schneidet cinfärbig mit breitem, lothrechteinBande den Abendhimmel, und schließt ein Thal, aus dem ihn wieder dieWasser der Moldau anglänzen, die er in Krumau verließ ; nur sind siehier noch jugendlicher und näher ihrem Ursprünge. Im Thale, das weitund fruchtbar ist, sind Dörfer herumgestreuet, und mitten unter ihnensteht der kleine Flecken Oberplan. Die Wand ist obgenannter Waldcs-damm, wie er eben nordwärts beugt, und daher unser vorzüglichstes Au-genmerk. Der eigentliche Punkt aber ist ein Sec, den sie ungefähr imzweiten Drittel ihrer Höhe trägt.

Dichte Waldbestände der eintönigen Fichte und Fähre führen stun-denlang vorerst aus dem Moldauthale empor, dann folgt, dem Sccbachesacht cntgegensteigend, offenes Land: aber cs ist eine wilde Lagerungzerrissener Gründe, aus nichts bestehend, als tief schwarzer Erde, demdunklen Todtenbette tausendjähriger Vegetation, worauf viele einzelneGranitkugeln liegen, wie bleiche Schädel von ihrer Unterlage sich >rb-hebend, da sie vom Regen bloßgelegt, gewaschen und rund geriebensind. Ferner liegt noch da und dort das weiße Gerippe eines gestürz-ten Baumes und angeschwcmmte Klötze. Der Seebach führt brauneiCisenwasser, aber so klar, daß im Sonnenscheine der weiße Grundsanbglitzert, wie lauter röthlich heraufflimmerndc Goldkörner. Keine Spmvon Menschenhand, jungfräuliches Schweigen.

Ein dichter Anflug junger Fichten nimmt uns nach einer StundeWanderung auf, und von dem schwarzen Sammte seines Grundes her-ausgetreten, steht man an der noch schwärzer» Seesfläche.

Ein Gefühl der tiefsten Einsamkeit überkam mich jedesmal rmbe-sieglich, so oft und gern ich zu dem märchenhaften Sec hinaufsticg.