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haben Sie, und sich recht viel Weh bereitet — ich will cs durch nochmehr Liebe gut zu machen suchen, daß ich die Ursache war."
„Nein!" rief ich, „ich kann nur durch die grenzenloseste Liebeschwach vergelten, daß einmal bittere Tropfen durch mich in diese Augenstiege» — und Angela, ich will cs auch vergelten, so lange in mir einHauch des Lebens ist."
„Liebe verbricht nichts," antwortete sie: „sondern nur der Haß —und Liebe vergilt nicht, sonder» nur die Gerechtigkeit. — Liebe ist da,weil sic da ist, und beglückt so Geber, wie Empfänger — ich bin erstrecht glücklich geworden, als ich Sie so lieb gewonnen. Lassen Sic mirauch die Tropfen; sic waren nicht bitter — und ich gäbe sie jetzt durch-aus nicht mehr zurück. Eines aber haben Sie zu büßen, daß Sie mirdie Freude, die ich mir selbstsüchtig zubereiten wollte, verdarben; nämlichEuch Beide einander im Triumphe zuzuführcn, und zu sehen, wie Schrittum Schritt Einer den andern an sich reißen wird — und nun kommensie Beide und haben am Almsce die schönste Nacht gefeiert, während diearme Schwester sich in Wien mit Ahnungen abquälen mußte: wo wer-den sic jetzt sein, was werden sie thun, wie viel werden sie schon gespro-chen haben, wie gefallen sie sich? . . . ."
„Aber nun sei herzlich und tausendmal gegrüßt!" fiel Emil ein;„hier hast Du Beide, und betrachte sic nur, wie sie sich schon gut sind,und es täglich noch mehr werden wollen, und nun gehen wir nicht mehrauseinander, Natalie und die Aston's und wir, und, geliebt cs Gott,noch Einer, nämlich Lothar — das soll ein schönes Leben geben, wie csin den Traunseehäusern gedichtet worden ist."
Ich erröthete, weil mir cinficl, daß sie so eben mein Tagebuch ge-lesen habe. Sie fühlte es augenblicklich und sagte freundlich: „Wennwir in den Gasthof kommen, werde ich Ihnen alle meine geheimstenSchriften einhändigen."
Der erste Augenblick war nun übcrstanden — wir gingen weiter denSee entlang, und immer leichter und immer traulicher lösetc sich dasBand der Rede, bis Alles war, wie einst, wenn ich mit ihr mancheStunde so recht in den dichterischesten Schwärmereien hcrumwandelte.Emil war mir keine fremde Störung, ihr ohnehin nicht, ja cs war, alsgehörte er eben so, wie er ist, dazu. Die Reden wurden immer wärmerund begeisterter, und die Herzen gaben sich immer reiner und unverhüll-