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Nur eine Woche, bat er, solle ich ihm in Hallstadt schenken; erhabe diese Bitte einer eigensinnigen Person versprochen, die er mir baldvorführen werde, und die mich auch wolle kennen lernen.
Wir kamen früh genug in Hallstadt an, um die Einladung Emil'Sanuchmcn zu können, mit ihm in der Gosaumühle zu essen. Er, Isidor,der Doctor, Lothar und ich fuhren in einem Kahne dahin. Auf der Gassevor der Mühle stand ein schöner Reisewagen, und der Doctor behauptetesogleich, cs sei derselbe, den er in Kirchdorf gesehen habe. — In dem-selben Augenblicke hüpfte eine grüngekleidcte Dame aus dem Hause, undmit den Worten: „Gott grüße Dich, Emil!" nahm sie unfern Begleiterschlechtweg bei dem Kopfe und küßte ihn herzlich — und als sie auch »uSgrüßte, denke Dir meine Ueberraschung, war cs dieselbe Dame die icheinst mein Griechcnbild von St. Anna nannte, dieselbe schöne blau-äugige Dame, deren Angesicht ich oft in der Annenkirche fiudirtc, unddie ich nachträglich einmal in Haimbach mit Emil sah — also war dieandere Verschleierte damals ohne Weiteres Niemand anders gewesen alsAngela, und die alte Frau die Tante.
Wie der Witz des Zufalls zuweilen spitzig sein kann!
Emil stellte uns die Dame als seine Schwester vor. Sie verbeugtesich schelmisch gegen den höchst verlegenen Doctor. Ein ältlicher Nimmkam mit nmgebundenem Speisctuche heraus, und rief unter uns: „R>>,da sind sie, aber Du hast lange warten lassen; gestern den ganzen Tagsaßen wir hier, und das sind vermaledeite Berge. Du mußt einen ander»Wagen schaffen."
„Oheim," entgegnete Emil, „wir fahren ohnedicß für dießmal nichttiefer in die Berge. Natalie will nur, daß wir ein bischen in Hallstedtverweilen."
Natalie grüßte uns Alle noch einmal als Reisegefährten des Bru-ders, und dann ging cs an das Mittagscssen und an das Plaudern, undjeder sagte nach Tische dem Andern, daß ihm die junge Dame ausnehnieudgefalle.
Nachmittag fuhren wir in zwei Kähnen nach Hallstadt zurück, uudrichteten uns in unfern Zimmern ein, so gut es ging. Lothar wirdPunkte des Sees malen.