Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

115

cm wenig auf das Bett legte. Es wurde bald besser, und ich schlief ein.Als ich erwachte, saß Emil an meinem Bette. Ich war befremdet, daßer sich meinetwegen das Bergnügen versagte, da selbst meine Freundemeinen Zustand unbedenklich fanden. Er heftete die schönen Angen aufmich, indem er sagte:Wir sind uns ja nicht fremd; aber ich hätte esauch gegen einen Fremden gethan ja, in einem Walde Amerika'spflegte ich einmal einen fremden Hund bis er genas und dann freilichnicht mehr Vvn nur ging. Ucbrigens sind die, die mit Ihnen sind, IhreFreunde nicht, sondern nur Bekannte, außer Lothar, dessen schöneBlumenseelc sie sich bewahren müssen."

Als ich anfgestandcn war, schrieb er Briefe, und ich das vorliegendeBlatt an Dich, bis cs sehr spät Abends war.

Eben kommt Alles von dem Grundelsec zurück. Es soll sehr schöngewesen sein. Man fuhr auf dem See, und tanzte sogar im Seehaus.Der Wiener Studiosus dichtete ein Lied, und trug es aus dem Stegreifvor, dann sangen sie ein Männerquartett auf dem See; der Doctor ver-schoß ein Pulverhorn voll Pulver und an's Heimgchen dachten sieerst, als, wie Lothar sagte, See und Felsen im Abende loderten, undringsum das klangreiche Lullen und Jauchzen der Sennerinnen hallteund auf dem Elm ein Freudenfeuer brannte.

16 .

NtM'inn.

Hallstadt, 17. August 1834.

Emil cröffnctc mir auf dem Wege von Aussee nach Hallstadt frei-willig, daß, wenn ich meine Reise abkürzcn wolle. Alles, was noch vonBesorgnis in meinem Gemüthe sei, sich viel kürzer in's Klare bringenlasse.Augenblicklich will ich umkehren," sagte ich;der Großglocknerbat bei meiner innern Unruhe jeden Werth für mich ohnedies; schon längstverloren."

8 '