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1 (1855)
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ewig. Das Wissen stellt dcn Mensche» glänzender unter seine Bruderzurück, wie einen fremden Weisen, vor dem man Ehrfurcht hat.

Der Gedanke, daß wir statt des gebräuchlichen unersprießlichenBesuchwesens einen geistigen Umgang eröffnen sollen mit dcn größtenMenschen, lebenden und todten; daß wir an ihnen uns erheben undvor uns selber licbenswerther werden mögen, ging von Angela aus, derjedes Leere fremd ist; darum sie auch in jenem Umgänge, der unser»Jungfrauen eigen zu sein pflegt, linkisch und unwohl ist, und ebendarum von den Besuchen gehaßt und verspottet wird. Unser Thun wardschon Thecgespräch, und man findet cs lächerlich, anmaßend, oder heißtuns Fantasten aber cs thut nichts; denn cs ist ein ganz Anderes,mein Titus, einen seltnen Menschen zu Hause unter seinen vier Wände»allein und still wcgzulesen und tausenderlei zu übergehen, oder ihn vorgeliebten Herzen gleichsam laut reden zu hören, sich gegenseitig sein Ver-ständniß zu ermitteln und an der schönen Freude in Freundesaugen sei»!eigne zu entzünden, und reiner und begeisterter hinwallen zu lassen. Be-geisterung wohnt nicht in einsamen Studicrstuben, sondern nur dnFleiß; sie schwingt ihre Lohe nicht in Wüsten, sondern unter Völkern inicht von einem einzigen, sondern von tausend Häuptern lodert sie em-por aber immer ist es Einer und selten sind solche - der die Fackelschleudert, daß sie den Brennstoff fasse. Wir nennen ihn dann ein Genie.

Selbst von den weichen Locken des sechzehnjährigen Kindes Emm»spielt ihre goldnc Flamme; denn als neulich eine Stelle gelesen wurde,ungefähr so lautend:Ihr großen, seligen Geister, die wir bewundernund zu denen wir beten, wenn der Mensch sein Glück wegwirft, weil ercs kleiner achtet als sein Herz, so ist er so groß als ihr!" und als injedem Auge der Beifall glänzte, sprang sie auf, und in de» schönen brau-nen Kindesaugen schimmerten die Thränen sie stand neben mir undblickte mich liebeglühcnd an; ich war selbst tiefgekühlt und wußte nichiwie es geschah, daß ich sic an mich zog und voll Liebe meinen Mund a»die Kinderknospe ihrer Lippen drückte sie drückte heiß entgegen undschlang die Arme um meinen Nacken. Es war nur ein Moment undgleich darauf stand sie, wie eine Purpurrose glühend vor Scham da, ditThränen noch in den Augen. Uns Allen schien sie in diesem Augenblick!kein Kind mehr zu sein. Ich war im höchsten Grade verlegen : da tratLucie zu uns, nahm meine Hand und drückte sie recht herzlich, wähl'