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Wir verbeugten uns gegenseitig.
Mein Nachbar sprach sogleich darein und benahm sich überhauptwie ein Bekannter Angelds.
In diesem Augenblicke trat auch Aston herbei, und in seinem Ange-sichte war ein Weltmeer von Freude zu sehen, über die gänzlich gelungeneUebcrraschung, von der er Alles und Jedes auf seine Rechnung setzte,was an Rathlosigkeit in meinem Gesichte mußte sichtbar gewesen sein.Freilich konnte er den Grund meiner lächerlichen Verlegenheit nicht ah-nen, die mich immer von Neuem erfaßte, wenn ich sie ansah, und die inmir herumringenden Gestalten in eine erträgliche Ordnung zu bringenversuchte. Diese also ist die verschrobene Angela, sie ist aber auch dieFürstin — und wer stand denn nun vor dem Hochspiegel — wer ist denndas lebensgroße Bild, wer das kleine Abbild? und Lothar sitzt höllischerWeise auf dem Hochschwab und malt dort Naturstudien und kann keinenTcnfel aufklären — wenn er nicht gar selber im Complotte steckt und sichzu guter Zeit auf und davon gemacht hat. Im ganzen goldnen Lammewohnt ja die Fürstin, wenn sie nicht schon davon gefahren ist; das weißja ganz Wien, und daß sie von dem jungen Maler außerordentlich ge-troffen wurde, erzählt auch ganz Wien — und daß ich das lebensgroßeBild selber im goldnen Lamme sah, schon im Nahmen, schon an den Bo-den der Reisekiste geschraubt, weiß ich mit Gotteshilfe auch, — und hiersteht sie im einfachsten Kleide und lächelt mich an! — In meinem Zim-mer — wenn cs sich nicht unterdessen in eine Kohle verwandelt hat —liegt das kleine Bild, auf dem sie auch steht! — Dann die seltsame Lagehilft ihr auch noch, mich zum Narren zu machen, daß nämlich zweimaldasselbe ungewöhnlich schöne Angesicht allemal dicht vor meinen Augenin der Lust hing und zauberte, statt daß es ordentlich in der deutlichenSehweite gesessen wäre zu verständiger Betrachtung und Anschauung,lind alle machten sie so unschuldige Gesichter, als wäre auf dem ganzenErdboden kein trübes Wässerlein — oder gelang dein Aston dieses Maleine meisterhafte Verwirrung? Wenn nur die Fürstin noch da ist, so warteich morgen tausend Stunden vor dem goldnen Lamme, daß ich sie aus-fahren sehe, und Lucie — denn das Tcufelchen Emma sagt nichts —muß heute noch Rede und Antwort stehen. Eine solche Achnlichkeit zwi-schen zwei wildfremden Menschen ist gar ganz unmöglich; das muß ichverstehen, der ich schon über hundert Angesichter malte.