Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
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nmgeben fühle, dessen Fäden ich esst sichtbar vor mir zn haben wähne,und wenn ich darnach greife, so ist nichts da. Gestalten von Bedeutnngsind znweilen in meinem Bereiche, wiederholen sich nnd verlieren sich.Wünsche, die ich nie ausgesprochen habe, finde ich oft in meinem Zim-mer verwirklicht. Nachfragen werden gehalten, Bestellungen gemacht vondenen ich nicht weiß, für wen, nnd so andere Dinge, die ich fühle, aberfür den Augenblick nicht darstellen kann.

Das Allervcrkehrteste ist aber das, daß meine unbekannte Südlän-derin, die stolze Zcnobia, nichts weniger als eine Südländerin ist, son-dern die russische Fürstin Fodor. Sie reist bloß durch, nnd zwar ausFrankreich kommend, wo sic mit ihrem Genialste das Grab ihrer Elternbesuchte, die dort vor vielen Jahren auf eine gewaltsame nnd geheimniß-vvlle Weise umgekommen sein sollen. Sie wird in einigen Tagen nachPetersburg abreisen, um die dortigen Gesellschaften zu verherrlichen, wosie mit ihrem Gemalste das schönste Paar sein soll. Woher ich dies; Alles

weiß? --Ja, noch mehr-während ich hier schreibe, liegt ihr

äußerst gelungene? kleines Abbild neben dem Papiere auf dem Schreib-tische. Niemand anders nämlich wurde mit dem Aufträge beglückt, sielebensgroß zu malen, als Freund Lothar. Er malte sie in ihrer Woh-nung und färbte sich heimlich das kleine Bildchen zusammen, als einenSchönheits-Diebstahl, und lief sogleich zn mir, um damit meine Para-diesgartenschonheit, von der ich ihm erzählte, ausznstcchcn.

Wie staunte er, als ich ihm sagte, die sei es eben und Beidewunderten wir uns über den Zufall. Er verschaffte mir später sogar,daß ich das große Bild selbst sehen konnte, zn welchem Zwecke er einMädchen der Fürstin mit Geld nnd Licbcsworten bestach. Die Arbeitwar schön, und obwohl er sagte, daß sie nicht von Weiten» an das Urbildreiche, so wiederholte sich doch an mir fast dieselbe Wirkung, wie damalsvor jenem erhabnen Spiegel. Er ergötzte sich herzlich an meinem elek-trischen Funkeln, theilte cs aber nicht im Mindesten, obwohl er zugab,daß diese Arbeit die schönste Belohnung seines Pinsels sei, die er je z»hoffen habe, und er wolle nun recht geduldig viele der häßlichsten Ge-sichter nachbildcn. Er schenkte mir das kleine Gemälde, und ich bewahrees als Denkmal der sonderbarsten Wirkungen unserer Fantasie auf; den»die Fürstin soll hart und kalt sein, und von dem echtesten Ahnenstölzebesessen; ich aber hatte alle Weichheit und Güte der schönsten Seele