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stellt. Sein Herz ist wie Gold, und ich kenne mehrere Züge des anspruch-losesten Edelmuthes von ihm. Zm klebrigen reitet er unterschiedlicheSteckenpferde, und thut seiner Kappe jährlich ein paar Schellen und sau-beres Pelzwerk zu, waS ihm wohl Du und ich am wenigsten verargenkönnen, denen gewiß derlei Glocken und Streitrosse nicht ausbleibenwerden. Und am Ende ist mir ein fantasiereichcr Greis mit seinen paarzugehörigen Narrheiten lieber, als jene erloschenen Menschen, die sichvorgcstorben sind und ihren Körper wie das leere Fach der Seele hin-friste». Gegen mich ist er väterlich warm und will mein Glück machen,da er mich wirklich mehr liebt, als ich es verdiene; er traut mir nämlichdes Guten nicht weniger als Alles zu, was mich manchmal sehr beschämt:daher, wenn ihn andere Leute seiner Eigenheiten willen unleidlich findenoder lächerlich machen, liebe ich ihn dafür von ganzem Herzen — undkam stundenlang mit ihm spazieren gehe» und ihn gewähren lassen,wie er theils erzählt, theils Plane darlhut, theils verworrene Stücke sei-ner Vergangenheit herbcischiebt und im naiven Fortplaudern — weil ersich vor mir gehen läßt — arglos eine wahre Rumpelkammer eines Her-zens aufthut, worin Plunder und Kleinodien liegen, die nur Niemandgeordnet hat, weil die einzige Hand, die es konnte und der er es mit ge-duldigster Liebe überlassen hätte, längst schon im Grabe liegt, — die sei-ner Gattin, deren leise, schöne Schritte in der Plundcrkammer oft deut-lich sichtbar werden, wenn der Zufall das eine oder andere unnütze Tuchvon ihnen abhcbt. Diese meine Schonung seiner Eigenthümlichkeit magihm oft halb klar vorschweben, und eigentlich das Band zwischen unssein; den» das Anerkennen seiner Trefflichkeit theilc ich mit Bielen seinesUmgangs — jene Schonung mit Wenigen. Sv gut ist er gegen mich,daß, wenn ich so schlecht wäre, seines Vermögens halber einer seinerzwei Mädchen Liebe vorzuheucheln und sie zu gewinnen, er freudig seinJa dazu sagen würde. Ohnehin weiß Wien nicht anders, als daß ichin die bedeutend schöne und noch dazu geistreiche Lucie, die ältere seinerTöchter, verliebt sei, und deshalb sein Haus besuche. Man macht mirartige Worte über meinen Geschmack und lobt hinter meinem Rückenmeinen Bercchnungsgeist und mein Unterhandcltalent, mit dem ich denVater gewinne.
Sonderbar ist mir noch eines, was ich hier anmcrkcn muß, daß ichmich nämlich schon seit einiger Zeit mit einem Netze von Heimlichkeiten
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