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und ein heißes Roth lief auf seine Wangen, der Zeuge eines Gefühls,das er in der tiefsten Falte seines Herzens verborgen wähnte, und inletzter Zeit gar unmnthig und unwillig niedcrgekämpft hatte.
Der Diener ging — der Jüngling aber malte nun nicht mehr.
Um zehn Uhr des andern Tages, in feines Schwarz gekleidet, denleichten Hut über den blonden vorquellenden Locken, ging er aus derStadt, die langen, lichten Gassen der Vorstadt entlang, bis er zu demEingänge eines schönen Landhauses gelangte; dort trat er ein, stieg diebreite sommerliche Treppe hinauf und öffnete die Flügelthüren zu einemgroßen Saale voll Bilder. Hier harrte er und ließ sich melden. Nacheiner Zeit that sich eine Thür gegenüber dem Eingänge auf, und eineältliche Frau trat heraus, die ihm sogleich mit mütterlicher Freude dieHand reichte und sie herzlich drückte.
„ Gehe» Sie nur hinein," sagte sie, „gehen Sie hinein —Siewerden fast mit Angst erwartet. Ach, Gustav, was habe ich gelitten! —Sie hat es wirklich ausgesührt; dann war sie krank — sic muß fürch-terliche Dinge gesehen haben, sie muß sehr weit, sehr weit gewesen sein;denn drei Tage und Nächte dauerte die Rückreise. — Seit sie genesen,ist sie gut und sanft, daß es mir oft wunderbar in's Herz geht; aber siesagt von jener Sache auch nicht ein leises, leises Wörtchen. Gehen Sicnur hinein."
Der Jüngling hatte mit düsterer Miene zugehört; er schwieg unddie Miene wurde nur noch düsterer.
Er schritt der Thüre zu, öffnete sie und verschwand hinter derselben.Das Zimmer, irr dein er sich nun befand, war groß und mit dem feinstenSinne eingerichtet. An einem Fenster desselben, mitten in einem Waldefremder Blumen, saß eine junge Dame. Sic war in einem weißen At-lasklcrdc, dessen sanfter Glanz sich edel abhob von den dunkelgrüne»Blättern der Camellien.
Sie war aufgestanden, als der junge Mann cintrat, und ging ihmfreundlich entgegen. Eine Gestalt über mittlerer Größe, voll jener ho-hen Grazie der Vornehmen, aber auch voll jener höheren der Sitte, dieden Menschen so schön macht. Ihr Angesicht war geistvoll, blühend,aber heute blaß. Zwei große schwarze Augen schauten dem Künstler ausder Blässe entgegen und grüßten ihn freundlich.
Er aber sah es nicht, daß ein leises Ding von Demüthigung oder