Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
406
Einzelbild herunterladen
 

4o6

unter der Benennung eines Altitude and Azimut Circle gegebenhaben , deren Beschreibung man im 1. Tbeile der Bönigsbeigerastronomischen Beobachtungen nachselien kann.

I. Vor allem mufs man die Eotationsaxe des ganzen Instru-ments Yertioal stellen. Man bann dies durch das Bleyloth , indemman die Fläche des Kreises parallel zu zwey von dendrey Fufs-schrauben stellt, auf -welchen das ganze Instrument ruht. Wäh-rend man durch das Microscop des Bleylothes sieht, dessenRichtung senkrecht auf die Fläche des Kreises ist, bringe manden Faden auf den hinter ihm bezeichneten Punkt, indem mannämlich die Hälfte des Fehlers an einem jener zwey Fufs-schrauben , und die andere Hälfte an dem Aufhängpunkte desLothes selbst verbessert. Hann drehe man den Kreis um 180im Azimut, zu -welchem Zwecke man sich des gewöhnlich bey-gefftgten Azimutalkreises bedienen kann, und wählend manwieder durch dasselbe Microscop sieht, verbessert man dieLeyden Hallten des Fehlers wie zuvor. Dieses Verfuhren setztman so lange fort, bis in Leyden Lugen des Kreises das Lollidenselben Punkt deckt. Dann drehe man den Kreis um 90 imAzimut, oder so, dafs seine Lage auf die vorhergehendensenkrecht werde, und während, man wieder durch dasselbeMicroscop sieht, verbessere man den ganzen Felder Idolsdurch die dritte, bisher nicht berührte Fufsschraube. Zur Prü-fung des Ganzen führe man endlich den Kreis in verschiedeneandere Punkte des Horizonts, und sehe zu, oh der Faden,durch dasselbe Microscop gesehen , immer genau denselbenPunkt trifft. Ist dies alles geschehen , so sehe man nun auchdurch das zweyte Microscop des Bleylothes , welches auf demersten senkrecht steht, und verbessere hier den Fehler desLothes hlofs durch das Loth selbst, indem man das Loth mehroder weniger von der Fläche des Kreises entfernt, wobeyman aber immer darauf Rücksicht zu nehmen hat, oh dasLoth in Beziehung auf den durch das erste Microscop gese-'Lenen Punkt nicht verrückt werde.

Denselben Zweck erreicht man noch einfacher durch dieLibelle, welche an den Säulen angellängt wird , die den Kreis tra-gen , und mit ihm rotiren. Stellt man den Kreis so , dafs er zweyenseiner Fufsschrauben parallel ist, verbessert man den Fehler derBlase halb durch eine dieser FuJsschrauben , und halb durch dieCorrectionsschraube der Libelle seihst, kehrt man dann den Kreisum 180 im Azimut um, und verbessert die heydgn Hälften derplase wie zuvor, und setzt dies Verfahren fort, bis in LeydenLagen des Kreises die Libelle einspielt; stellt man dann den Kreisin eine auf seine vorige senkrechte Lage und verbessert jetzt denFehler der Libelle hlofs durch die dritte Fufsschraube , so ist dieBotationsaxe des ganzen Instruments vertical.