Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
68
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VIERTES KAPITEL.

ß c f r a c t i o n.

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l 3 ie Erfahrung, dafs die Lichtstrahlen," wenn sic schief auseinem Mittel in ein anderes dichteres treten, gegen das Ein-fallsloth hingebrochen werden, führte auf die Yermulhung,dafs auch die von den Körpern des Himmels zu uns frommen-den Lichtstrahlen, wenn sie aus den Räumen, welche jeneKörper t on uns trennen, in die Atmosphäre der Erde treten,ähnlichen Brechungen unterworfen sind, wodurch wir dieseGestirne in einer gröfsern Höhe erblichen, als wir sie ohnedieser Brechung sehen würden. Die Beobachtungen haben dieDichtigkeit jener Voraussetzung bestätiget.

Diese Erscheinung der Rechnung zu unterwerfen, nimmtman , wie es sehr wahrscheinlich ist, an, dafs die Atmosphäreaus unendlich dünnen concentrischen Kugelsclialeu besteht,deren Mittelpunkt der der Erde ist, und deren Dichtigkeitmit ihrer Entfernung von der Erde nach irgend einem Ge-setze abnimmt.

Die Luft ist, wie alle andern Körper schwer, und der Druckder Atmosphäre hält an der Obeifläche des Meeres einer(Quecksilbersäule des Barometers von 28. 0764 Bariser Zollenbey der Temperatur des schmelzenden Eises das Gleichge-wicht. Unter diesem Drucke und bey dieser Temperatur ver-hält sich die spezifische Schwere der Luft zu der des (Queck-silbers, wie die Einheit zu 10485, also würde die Atmosphäre,wenn sie durchaus einerley Dichte hätte , eine Höhe von 28.0-5/1( 10485 ) Zolle haben. Allein die Dichte der Luft ändert sichvermöge des bekannten Mariotlischcn Gesetzes sehr nahe demDrucke oder der Barometerhöhe proportional, also müssen beyeinerley Temperatur die obern Schichten w eniger dicht seyli,als die von jener zusammengedrückten unteren, und wenn siedurchaus einerley Temperatur hätten, so würden ihre Dich-tigkeiten , also auch die Barometerhöhen in den verschiedenen