diente, einen guten Lcichcnmarschall zu haben, einen gestab-ten Lcichen-Tnrnicr-Vogt; denn er war in der ganzen Ge-gend selber bei allen Leichen von Stand der allgemeineIlliclertnker, der Großkrcuz des inemeitto Iiwei - Ordensgewesen, der mmti'e cks xlainirs des Todtentanzes. Er hätte— so gut sand er sich in die Charge — Leichen-Obermar-schall in London bei der Beerdigung der magna cbarta seynkönnen, wäre sie kein bloßer Spaß gewesen; und falls manden alten Publizisten Reichsherkommen in den Residenz-städten einmal im Ernste begrübe, so könnte der Bürger-meister den Sarg unterstützen, läg' er nicht selber darin.
Ich muß noch vorher erzählen, daß ich Abends vor derBestattung, weil ich mit dem Bürgermeister einerlei Naturhatte, mir an ihm ein Beispiel nahm und meine Frühling-kur, nämlich 1's Löffel ächte Rhabarber, gebrauchte. Ichwollte, ich hätte etwas von scnen Gelehrten an mir, dieaus Zerstreuung eines über das andere vergessen: eine kleineZerstreuung, worin ich über die Leiche die Kur vergessenhätte, würde mir den andern Tag zu Paffe gekommen seyn.Ich sollte fast mich schämen, etwas so viele lesen zu lassen,waS ich ohnehin so viele sehen ließ. Im Grunde war'swol unvermeidlich und wahres splanchnologischcs Fatum,denn ich trank im Trauerhause viel nach — mußte langsamneben der schleichenden Bahre waten und noch dazu einemlüftenden Wind entgegen, der den ehrwürdigsten Männernden Lcichenmantel zu einem Fettschwanz aufflocht (den fal-tigen Bettzopf und Troddel steckt' er ihnen dann wie einStichblatt an die rechte Seite) und ich führte noch dazu diesatanische Frühlingpurganz im Magen bei mir.-In-
zwischen mußte einer, der mir nachsah, wenn er nicht Horn-