Ueber die natürliche Magie der EinLil--dungkraft.
lL)edächtniß ist nur eine eingeschränktere Phantasie,Erinnerung ist nicht die bloße Wahrnehmung der Identi-tät zweier Bilder, sondern sie ist die Wahrnehmung derVerschiedenheit des räumlichen und zeitlichen Ver-hältnisses gleicher Bilder. Folglich breitet sich die Erinne-rung über die Verhältnisse der Zeit und des Orts, und alsoüber Reih' und Folge aus; aber bloßes Ein- und Vorbildenstellet einen Gegenstand nur abgerissen dar.
Die sünfSinne heben mir außerhalb, diePhantasieinnerhalb meines Kopses einen Blumengarten vor die Seele;sene gestalten und malen, diese thut es auch; jene drücken dieNatur mit sünf verschiedenen Platten ab, diese als sensm-inmcommune liefert sie alle mit Einer. Die Phantasie ist zwarnicht der matte Nachklang der Sinne, wie Helvetius meint,aber doch das Unisono derselben. Wie die Fühlfäden derSinnennerven zu den Empfindungen, so verhalten sichdie Gehirnkügelchen (oder welches körperliche aclinvous einerannehmen will) zu den innern Bildern; und ob wir gleichnur diese zu erzeugen und senenurzu empfangen glauben: