Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
219
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Thiennette gab der Alten einen zuredcnden Wink voll Liebe,«nd ich wurde von dieser zu einem auSgesprcizöen Reisrockhinauf geführt, der das Schränkchen übcrbauete. Untcrwegessagte die Mutter, sie hielten cs vor ihrem Sohne versteckt,weil ihn das Angedenken an seinen Bruder schmerzen würde.Als wir diese Depositenkasse der Zeit, woran das Schloßabgerissen war, geöffnet hatten, und als ich in dieses Ge-beinhäuöchen voll Trümmer einer kindlichen spielenden Vor-zeit geschauct hatte: setzt' ich mir, ohne ein Wort zu sagen,vor, diese Spielwaaren der Gebrüder Firlein noch vor mei-ner Abreise vor dem lebenden auszupacken: könnt' eS dennetwas Schöneres geben, als die überschütteten eingesunkenenhcrkulaneischcn Ruinen der Kindheit auSgegraben zu erblickenund frei an der Luft?

Die Wöchnerin ließ schon zweimal bei mir fragen, ober zurückgekommen. Er und sie haben gegen einander, ebenweil sie ihrer Liebe nicht den schwächenden Ausdruck durchPhrasen, sondern den stärkenden durch Thaten geben, eineunaussprechliche. Andere Brautleute nagen einander die Lip-pen und das Herz und die Liebe durch Küssen ab, wie vonChristi Statue in Nom (von Angelo) der Fuß durch Küssenabgegangcn, den man deswegen mit Blech versehen; bei an-dern Brautleuten kann man die Zahl ihrer Entzündungenund Ausbrüche wie beim Vesuv die der seinigen, deren nochdrei und vierzig sind, voraus ansagen: aber in diesenMenschen stieg daö griechische Feuer einer mäßigen undewigen Liebe aus, wärmte ohne Funken zu versprengen undloderte aufrecht ohne zu knistern. Jetzt schläget magischerdie Abendlohe aus den Fenstern der Gärtnerhütte in meineLaube, und mir ist, als müßt' ich zum Schicksal sagen:hast