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schöne Titel sonst alle Posten schmückten: der scholastischeProfessor schrieb sich damals (noch außer seinem Amttitel)„der seraphische — der unwiderlegliche — der scharfsinnige."— Der König schrieb sich: „der große — der kahle — derkühne — der einfältige" — und so auch der Rabbiner. Würd'eS den Männern in den höhern Justizstellen unangenehmsepn, wenn ihnen die Titel der Unparteilichkeit, der Schnel-ligkeit re. so gut käuflich erlassen würden, als die Postenselber? So könnte mit einer Kammerrathstclle die Tugendder Unterthanenliebe schön als Titel verknüpfet werden; undich glaube, wenige Advokaten würden sich bedenken, sich denTitel der Rechtschaffenheit — so gut wie den gewöhnlichender Regierungadvokatie — anzuschaffen, wär' er anders zuhaben. Wollt' indeß ein Kandidat seinen Posten ohne dieTugenden haben: so ständ' eSAei ihm und der Staat dürft'ihn zu dieser Verir-Moralität nicht zwingen.
Es kann scyn, daß, wie nach Tristram Shandy Kleider,nach Walter Shandp und Lavater nomum propi-ia auf denMenschen zurückwirken, appellntivn cs noch mehr thun, daohnehin an uns, wie an den Schalthicren, sich der Schaumso oft zur Schale versteinert; aber diese Moralitätist'S nicht, worauf ein Staat sehen kann: wie bei den schö-nen Künsten ist nicht sie, sondern Darstellung sein wah-rer Zweck.
Es wurde mir oben ordentlich sauer, für die verschiede-nen Aemter mir verschiedene Vertaltugenden zu erdenken;aber ich sollte glauben, es wären noch viele dergleichen Ab-theilungen der Tugend (setzt fällt mir selber noch der Frei-heitgcist, die Aufrichtigkeit und der gerade Sinn ein) aus-zukundschaften, wollte nur ein moralischer Staatsminister eine