Druckschrift 
7 (1847) Leben des Quintus Fixlein
Entstehung
Seite
46
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Auge an einer unaussprechlichen Wonne zergeht, und euerganzes Wesen sich hebt und sich aufwärts drängt und lie-gend und ruhig und unruhig und weinend und schmachtenddie Arme ausbreitet: dann bin ich in euern Herzen undgeb' euch das Zeichen, daß ich euch umarme und daß ihrmeine Schwestern seid- Und dann nach einem kurzenTraume und Schlafe brech' ich dem Diamant die Rinde abund lass' ihn als lichten Thau in die Lilien des Mondesfallen. O, zärtliche Mutter der Menschen, blickedeine geliebten Kinder nicht so schmerzlich an und scheidefroher, du verlierst nur wenige!"

Die Sonne loderte unbedeckt vor dem Mond und dieungebornen Seelen zogen auf die Erde und der Genius derTugend ging mit ihnen und wie sie der Erde entgegenflogen, dehnte sich ein melodisches Flöten durch das Blau,wie wenn Schwanen über Winternächte fliegen und in denLüsten Töne statt der Wellen lassen.

Die Riesenschlange senkte sich im weiten Bogen einerglühenden fliegenden Bombe und endlich gekrümmt zum zün-denden Pechkranz auf die Erde zurück, und wie eine herein-gebogene Wasserhose über einem Schiffe zerbricht, so fiel sieüber die Erde und flocht sich, in tausend Schlingen undKnoten gerunzelt, erwürgend und fangend durch alle Völkerder Welt. Und das Richtschwert zuckte wieder, aber dasNachtönen des durchflognen AetherS währte länger.

Als ich geschlossen hatte, trocknete Paulline die sanftenAugen, die sich unwillkürlich gegen den Hellern Mond undseine weiten Flecken aufhoben. Ich schied von ihr und