wie die Odyssee entschließen, so müßte sich wol der Sängerso lange auf seiner pittoresken Entdeckungreise aushaltcn alsder Held selber.
Hingegen zur Zeugung einer Vorrede zur zweiten Auf-lage Hab' ich nie mehr nöthig erachtet als eine Fußreise vonHof nach Bayreuth, einen Katzensprung über drei Post-stazionen. Ich such' aber etwas darin, wenn ich das Erstau-nen der Nachwelt und ihrer Vorfahren dadurch erregen kann,daß ich beide auf die Bayreuthische Kunststraße mitnehme,auf der ich hinlaufe — im Webstuhl der Vorrede eingesperrtund mit dem Weberschiffchen werfend — ohne doch etwasRechtes herauszübringcn. Ich trug nämlich die offne Schreib-tafel vor mir her, um die Vorrede, wie sie mir Satz fürSatz entfiel, darin aufzufangen; aber wenige Autoren wurdennoch so in ihren Vorreden gestört. Ich will es ausführlicherzählen.
Der moralische Gang des Menschen gleicht seinem phy-sischen, der nichts ist als ein fortgesetzter Fall.
Schon der Höfer Schlagbaum, unter dem man denChauffeczoll erlegt und der hinter dem Vis-a-vis einer Dameniedersank, die ihn abgetragen, siel hart wie ein Stoßvogelund Eicrbrecher auf den Kopf des Vorberichts: denn ichwollte der Dame durchaus vorlaufcn, um ihr ins Gesicht zusehen; und mithin wurde unter dem Nachdringen wenig andie Weberei der Vorrede gedacht, wiewol ich dem Vis-ä-visfruchtlos nachsetzte. Mt unbekannten Frauenzimmern ist'sganz anders wie mit unbekannten Büchern. Ich nehme nieein Buch, das ich noch nicht gelesen, in die Hände, ohne wieein Rezensent vorauszusetzen, es sei elend. Hingegen bei einerunbekannten Frau nimmt jeder Mann, gesetzt er hätte schon