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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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sic zu sehr weinte, und da ihm das in himmlische Milde zer-schmolzene Gesicht zu nahe war. Er suhr mit der bittersten,innersten Rührung fort:Sind denn nicht alle meine Theuerndahin, und gehst du nicht auch? Ach warum hat uns allendas folternde Geschick das wächserne Bild eines Engels ansdie Brust gelegt *) und uns damit inS kalte Leben gesenkt?O das weiche Bild zerbricht, und kein Engel erscheint Ja,du bist mir wol erschienen, aber du verschwindest, und dieZeit zerdrückt dein Bild aus meinem Herzenund das Herzauch: denn wenn ich dich verloren habe, bin ich ganz allein.Lebe aber wohl! Bei Gott, ich werde doch einmal im Ernstesterben und dann erschein' ich dir wieder; aber nicht wieheute und nirgends als in der Ewigkeit. Dann will ich zudir sagen:o Natalie, ich habe dich drunten mit unendlichenSchmerzen geliebt: vergilt mir's hier!" Sie wollteantworten; aber die Stimme brach ihr. Sie schlug ihr großesAuge zum Sternenhimmel auf; aber cs war voll Thräncn.Sie wollte ausstehen; aber ihr Freund hielt sic mit der Handvoll Dornen und Blut und sagte:Kannst du mich denn ver-fassen, Natalie?" Hier stand sie erhaben auf, bog dasHaupt gegen den Himmel zurück, riß schnell die Thräncn weg,die sie nbcrströmten, und die fliegende Seele fand die Zunge,und sie sagte mit betenden Händen:Du Allliebendcr ichHab' ihn verloren ich Hab' ihn wicdcrgcsundcn dieEwigkeit ist ans der Erde mach' ihn glücklich bei mir!"Und ihr Haupt sank zärtlich und müde auf seines, und sie

Man gab sonst den Tobten wächserne Engclbilber mit insGrab.