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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Spalt ticf und weit, in den cr die abgeschnittcncn Blüten-zweige der alten Tage dem Herzen Firmians einimpstc undals seine Frau zuletzt erzählte, daß Lcuette nach dem Kranken-abcndmahl bei dem Vesperprcdigcr angcfragt:ich komme dochnach meinem Tod zu meinem Firmian?" so kehrte Firmianvon diesen blinden Dolchstichen seine Brust weg. und eilte fort,aber inS Freie hinaus, um keinem Menschen zu begegnen, dener belügen hätte müssen.

Und doch mußt' er sich nach einem Menschen sehnen, undwäre einer nicht anders zu finden als unter seinem niedrigstenDache im Gottesacker. Der gewitterhafte Dampf- undDunstkreis des Abends brütete alle Wünsche der Wehmuth an;der Himmel war mit unreifen zerstücktcn Gewitterflockcn durch-zogen, und am östlichen Horizont warf schon ein brausendesGewitter seine entzündeten Pcchkränzc und seine vollen Wolkenauf unbekannte Gegenden nieder. Er ging nach Hause; aberindem er vor den hohen Stackctcn des Blaisischen Gartens vor-bcilief, glaubt' er eine Gestalt wie Natalie, schwarz gekleidet,in die Laube schlüpfen zu scheu. Erst jetzo fiel ihm die vorigeNachricht Merbitzers mehr auf, daß eine vornehme Trauerdamesich vor einigen Tagen alle Stuben seines Hauses zeigen lassenund sich besonders in den Siebcnkäsischcn aufgchaltcn und nachvielerlei erkundigt habe. Nataliens Umweg aus der gleise nachVaduz war immer nach ihrer kühnen und romantischen Denk-weise nicht unwahrscheinlich, da sie ohnehin Firmians Wohn-ort nie gesehen, und der Inspektor ihr aus nichts geantwortet da Rosa vcrhcirathct war und Blaise sich seit der Gc-spenstcrerschcinung ausgesöhnt hatte und da Firmians Sterb-

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