lebendigen komisch-historischen Schauspiel gestanden, das ersich selber schön entwickelte und das sich jede Minute in seinemKopse wieder geben ließ. Auch sein Inspektor wurde für ihnzu einem neuen Wesen voll frischer Unterhaltung dadurch eben,daß er von der Bühne wcgging, sich umkleidete und als derPseudo-Selige, Siebenkäs, in seine Stube eintrat und ihmin der Zukunft von nichts als dem Erzähler selber recht vielerzählen konnte. Und so wurden ihm beide Freunde gleichschmeichelhaft-lieb durch eine sich andrängende Theilnahmc anihm, mit welcher sic gegenseitig ihren Seelenbnnd durchslochtcnhatten.
Wer die Seligkeit, wahr zu bleiben, genossen, der be-greift die neue, mit welcher Siebentels sich jetzt über alles,über sich und über Heinrich und Natalie, ungehemmt ergießenkonnte — indem er die weggcworsne Last erst nachfühltc, dieleichte, Scherzlüge des Augenblicks zu einem jährlichen Lust-spiel von 365 Aufzügen zu verarbeiten. Wie leicht cröffneteer's dem Grasen, daß er vor der Ankunft Nataliens, die erweder forttäuschcn, noch enttäuschen könne, fliehen wollte undzwar geradezu nach dem Reichsmarktflcckcn Kuhschnappel. Dader Gras aushorchte: so sagte er ihm alles, was ihn trieb undreizte: Sehnsucht nach seinem Grabstein und nnheiligen Grabe,ordentlich um zu büßen — Sehnsucht, Lenettcn von Fernenungesehen zu sehen, ja vielleicht in der Nähe ihr Kind —Sehnsucht, über ihren Glück- und Ehestand mit Stiefeln dasRechte von Augenzeugen zu erfahren; denn Stiefels Briefhatte ihm die Blumcnasche der vergangnen Tage in die Au-gen geweht und die eingcschlasnc Blume der ehelichen Liebeaufgeblättert — Sehnsucht, den Schauplatz seiner nicdcrben-gcnden Lage dort mit abgelegter Bürde aufrecht und roman-