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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
357
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Wenn der Mensch endlich eine jähe Alpe mit Laubfrosch-Händen aufgckrochcn ist: so ist oft die erste Aussicht droben diein eine neue klaffende Schlucht; Firmian sah eine neue Tiefeunter sich er mußte seinen nculichen Vorsatz fortweiscnich meine, er durfte Natalien nicht ein Wort von seiner Auf-erstehung aus dem Bcin-Lüz, nicht eine Sylbc von seinerFortdauer nach dem Tode sagen. Ach das Glück seiner Lcnctte,die, obwol unverschuldet, zwei Männer hatte, war dann aufeine Zungenspitze gestellt er hätte die Schuld, Lcnctte denJammer gehabt. Nein, nein, (sagt' er) die Zeit wird schonnach und nach in Nataliens gutem Herzen auf meinem blassenBild Staub ansetzcn und ihm die Farben ausziehen.

Kurz, er schwieg. Die stolze Natalie schwieg ebenfalls.In diesem abscheulichen Stande neben dem harten, ewigenKnoten des Schauspiels bracht' er seine Stunden auf demTheater ängstlich zu über jeden Reiz des Frühlings warfder Rabcnzng der Sorgen den gaukelnden Schatten, und inseinen Schlummer fielen die giftigen Träume wie Mehlthau.Jede Traumnacht zerschnitt den fallenden, nicdcrstcigcndcnPlanetcnknotcn und sein Herz dazu. Wie rettete ihn dasSchicksal ans diesem Qualm, aus dieser Stickluft der Angst?Wie heilte es seinen Fingcrwurm im Ehering-Finger?Dadurch daß cs den Arm abnahm. Nämlich an einemlangen Abende war der Graf kurz vor dem Bettcgchcn so ver-traulich gegen ihn geworden, als Wcltlcute können. Ersagte, er habe ihm etwas sehr Angenehmes zu berichten; nurmöge er ihm eine Vorerinnernng vergönnen. Er komme ihm- fuhr er fort während seines Amtes nicht mehr so auf-geweckt und humoristisch vor, als er ihn vor demselben ge-sunden; ja vielmehr, wenn er's sagen sollte, zuweilen nieder-