„glücklicher als dein einsamer Freund, den du mit Recht jeden„Sonntag beweinest." — Er warf auf seine satirischen Launenjetzt alle Schuld seiner vorigen Eheprozessc und schrieb sei-ner eignen unfreundlichen Witterung den Mißwachs an Freu-den zu.
Aber er that sich jetzt mehr Unrecht, als sonst Lcnctten.Ich will aus der Stelle die Welt mit meinen Gedanken dar-über beschenke». Die Liebe ist die Sonnennähe der Mädchen,ja sie ist der Durchgang einer solchen Venus durch die Sonneder idealen Welt. In dieser Zeit ihres hohen Sthls derSeele lieben sie alles, was wir lieben, sogar Wissenschaften unddie ganze beste Welt innerhalb der Brust; und sic verschmähen,was wir verschmähen, sogar Kleider und Neuigkeiten. In diesemFrühlinge schlagen diese Nachtigallen bis an die Sommersonnen-wende: der Trautag ist ihr längster Tag. Dann holet derTeufel zwar nicht alles; aber doch jeden Tag ein Stück. DasBastband der Ehe bindet die poetischen Flügel, und das Ehe-bette ist für die Phantasie eine Engclsburg und ein Karzerbei Wasser und Brod. Ich bin oft in den Flitterwochen demarmen Paradiesvogel oder Pfau von Psyche nachgegangen,und habe in der Mause des Vogels die herrlichen Schwung-und Schwanzfedern ausgclescn, die er verzettelte: und wenndann der Mann dachte, er habe eine kahle Krähe geehlicht,setzt' ich ihm den Fedcrbusch entgegen. Woher kommt dich?Daher: die Ehe überbauet die poetische Welt mit der Rindeder wirklichen, wie nach Deskartes unsere Erdkugel eine miteiner schmutzigen Borke überzogene Sonne ist. Die Händeder Arbeit sind unbehülflich, hart und voll Schwielen, undkönnen den feinen Faden des Jdcalgewcbcs schwer mehr haltenoder ziehen. Daher ist in den höher» Ständen, wo man stattZean Paul's ausgew. Werte. IX. 2Z