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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
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Hoch-Edel g e b o r n c r,

In sonders hochz »ehrend er Herr Inspektor!

Ew. Hoch-Edclgcborcn erinnern sich noch mehr als zngut der testamentarischen Verfügung, die unser beiderseitigerFreund, der scl. H. Armcnadvokat Sicbenkäs, getroffen, daßnämlich H. Heimlicher v. Blaise seine Pupillcngeldcr aus-zahlcn solle und zwar, wie bekannt, an Dero werthc Per-son, die solche wieder an die Wittib zu extradircn habe,widrigenfalls wolle Testator als Gespenst auftrctcn. Letztemsei, wie ihm wolle: so viel ist stadtkundig, daß allerdings seiteinigen Wochen ein Gespenst in Gestalt nnsers scl.-Freundesdem H. Heimlicher überall nachgcsetzt hat, der darüber sobettlägerig geworden, daß er das heilige Abendmahl genom-men und den Entschluß gefaßt, besagte Gelder wirklich hcr-auszugebcn. Nun frag' ich hier an, ob Sie solche vorherhaben wollen, oder ob solche, wie fast natürlicher, sofort derhintcrlaffcncn Wittwe cinzuhändigen sind. Noch Hab' ich an-zumcrken, daß ich letztere, nämlich die gewesene Frau Siebcn-käs, wirklich nach dem Willen des Erblassers seit ge-raumer Zeit gehcirathct habe, wie sie denn jetzt gesegnetenLeibes ist. Sie ist eine treffliche Haus- und Ehefrau; wirleben in Ruhe und Einigkeit; sic ist gar keine Thaläa *), und

-*) Die Ehefrau des Pinarius, Thaläa, unter der Regierungdes Darg. superb, war die erste, die mit ihrer Schwieger-mutter Gcgania gezauket hat. Plut. im Numa. Vielleichtstellet einmal die deutsche Geschichte noch ehrenhafter dieerste Gattin auf, die nicht mit ihrer Schwiegermutter ge-keifct; wenigstens sollte ein deutscher Plutarch auf eine solcheJagd machen.