Druckschrift 
9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
301
Einzelbild herunterladen
 

301

der rachsüchtige Arzt) hat, wie es scheint, die Hitze hinläng-lich tcmpcrirt, da er kalt ist." Es that Leil'gebern wehund er sagte:Leider, leider! Inzwischen thatcn wir, was wirkonnten, und brachten ihm Ihr Brcchpulvcr hinunter- ergab aber nichts von sich als die schlimmste Krankheitmatcriedes Menschen, die Seele. Sie sind, H. Protomedize, Zcnt-oder Fraisherr, mit dem Gericht über Blntrnnst oder mitder hohen Frais bcliehcn; da ich aber als Advokat nurdie niedere Gerichtbarkcit ansübe: so dürft' ich ans keineWeise etwas wagen, am wenigsten das Leben des Mannes,oder was würde er sonst nicht für ein Gesicht dazu gemachthaben."

Nn, er hat auch eins dazu gemacht, und ein langes, dashippokratische," versetzte nicht ohne Witz der Arzt;freund-lich crwiedcrtc jener:ich muß cs Ihnen glauben, da ich alsLaie dergleichen Gesichter selten zu sehen kriege; Aerzte aberdie hippokratische Physiognomik täglich bei ihren Krankentreiben können; wie denn der Arzt von Praxis sich durch einengewissen Scharfblick auszcichnet, womit er den Tod seinerPazienten voranssagt; eine Unmöglichkeit für jeden andern,der kein Heilkünstler ist und nicht viele hat abfahren sehen."

Sie als ein so exzellenter Kunstverständiger fragteOelhafcn haben natürlicher Weise Senfpflaster demKranken ans die Füße applizirt; nur daß sic freilich nichtmehr zogen?"

Auf die Gedanken und Sprünge versetzte Leibgebcr kam ich wol, dem Seligen knnstgemäß die Füße mit Senfund Sauerteig zu besohlen, und die Waden mit Zugpflasternzu tapezircn; aber der Pazient, von jeher, wie Sie wissen,ein spöttischer Patron, nannte dergleichen das medizinische