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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
279
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mein Freund O Gott, kein Mensch auf der ganzen wei-ten Erde nimmt sich meiner guten Lencttc an, wenn sie vonIhnen verlassen wird Weine nur nicht so bitterlich. Gute,er sorgt für dich O mein thcncrster Freund, dieses hüls-lose, schuldlose Herz wird brechen in der einsamen Trauer,wenn Sic cs nicht beschirmen und beruhigen: o verlassenSie es nicht, wie ich!" Der Rath schwur bei dem Allmäch-tigen, er verlasse sie nie, und nahm Lenettcns Hand unddrückte sic, ohne die Weinende anznsehen, und hing mit tro-pfenden Angen gebückt auf das Angesicht seines verstummendenFreundes herein aber Lcnette drängte ihn weg von derBrust ihres Gatten und machte ihre Hand frei und sank aufdie Lippen nieder, die ihr Herz so sehr erschüttert hattenund Firmian schloß sie mit dem linken Arm ans erquickteHerz und streckte überdeckt den rechten nach seinem Freundeaus und nun hielt er an die gedrückte Brust die zweinächsten Himmel der Erde geknüpft, die Freundschaft und dieLiebe. . .

Und das ist's eben, was mich an euch bethörten unduneinigen Sterblichen ewig tröstet und freuet, daß ihr euchalle herzlich liebet, wenn ihr euch nur in reiner menschlicherGestalt erblickt, ohne Binden und Nebel daß wir alle nurerblinden, wenn wir fürchten, daß wir erkalten, und daßunser Herz, sobald der Tod unsere Geschwister über das Ge-wölle unserer Jrrthümcr hinansgchobcn, selig und liebendzerfließet, wenn cs sic im durchsichtigen Acther, ohne die Ent-stellung der hiesigen Hohlspiegel und Nebel, als schöne Men-schen schweben sicht und seufzen muß: ach in dieser Gestalthätt' ich euch nie verkannt! Daher strecket jede gute Seeleihre Arme nach den Menschen ans, die der Dichter in seinem