264
war nach einem solchen Schlage billig nichts weiter z» erwar-ten als ein so heftiges Anftobcn, als war' er ihr selber wi-derfahren (wie Siebenkäs gleicher Weise für seinen Freundaufgebrausct); aber cs kam nichts als ein mildes volles Wei-nen. „O Gott, hörst die daS schreckliche Gewitter nicht?"sagte sie blos. „Donner hin, Donner her!" (versetzte Sicben-käs, welcher — einmal über seinen bisherigen philosophischenRnhcgipfel hinaus gerollt — nun nach geistigen und physischenFallgcsctzen die Gewalt des Sturzes wachsen ließ bis zumVersinken)— „Das Wetter sollte nur allem Kuhschnappelschcn„Gesindel heute auf den Kopf fahren, das meinen Heinrich an-„schwärzt." — Da das Gewitter noch heftiger wurde, sprachsie noch sanfter und sagte: „Jesus, welcher Schlag! — Seidoch bußfertig! Wenn er dich nun in deinen Sünden träfe!"— „Mein Heinrich geht draußen (sagt' er); o wenn ihn der„Blitz nur jetzt erschlüge und mich gleich mit durch Einen„Stral: jo wär' ich alles elenden Sterbens cntübrigt; und„wir blieben bei einander!" —
So trotzig und Leben und Religion verachtend hatte dieFrau ihn noch nie gesehen, und sie mußte daher jede Minutegewärtig jeyn, daß der Blitz in das Mcrbitzersche Hans herabschieße und ihn und sic erlege, um ein Exempel zu geben.
Jetzo deckte ein so Heller Blitz den ganzen Himmel ans,und ein so brechender Donner fuhr ihm nach, daß sic ihm dieHand hinreichte und sagte: „ich will gern alles thun, was„du begehrst — sei nur um Gottcswillcn wieder gottcsfürch-,4ig — ich will ja Herrn Lcibgcbcr auch die Hand geben und„den Kuß, er mag sich abgewaschen haben oder nicht, wenn ihn,der Hund abgeleckt — und ich will nicht hinhören, wenn ihr