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Staats-Perpendikel, und langes Haar, das schon die fränkischenKönige als Kron-Abzeichcn (Kron-Jnsignie) haben mußten, istbei Soldaten, so bald cs nicht wie bei jenen fliegend undungebunden getragen wird, sondern fest geschnürt undgefangen vom Zopfband, ein eben so schönes Zeichen des Die-nens. Die Friesen thatcn längst ihren Schwur mit Ansassendes Zopfes, und hieß solcher der Bödel-Eid *) — so setzt dennin manchen Ländern der Soldaten- oder Fahneneid einen Zopfvoraus; und wenn bei den alten Deutschen schon Ein auf derStange getragener Zopf eine Gemeinde verstellte**), wie na-türlich must eine Compagnie, ein Regiment, wovon jeder ein-zelne Soldat den seinigen hinten trägt, nicht gleichsam einenCompagniczopf der vaterländischen Vereinigung bilden undLentscheS Wesen zeigen!
Lenette machte nun vor ihrem Manne kein Gehcimnißdaraus — denn ihr stand Stiefel von weitem bei — daß siesich im Grund wenig über Leibgebcr und sein Betragen undsein Tragen erfreue. „Mein Vater Seliger war doch lange„Raths-Kopist, sagte sie in Lcibgcbers Gegenwart, aber er„betrug sich immer wie andere Leute in Kleidung und sonst."
„Als Kopist (versetzte Sicbenkäs) mußte er freilich immer„kopircn, so oder so, mit Federn oder Röcken; mein Vater„hingegen spannte Fürsten die Büchsen und schor sich um nichts,„und was fiel, das fiel. Es ist ein gewaltiger Unterschied„zwischen beiden Vätern, Frau!" Sie hatte schon früher beiGelegenheit den Kopisten gegen den Düchscnspanncr gehaltenund gemessen und von weitem angcdentet, daß Sicbenkäs kei-
Drcyers Miszellen. S. 105.
Wcstenricders Kalender von 1791.