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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
Entstehung
Seite
242
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neu schienen, einen Funken voll Augenliebe über die Treppenach, der die ganze Pulvcrmühle eines Eifersüchtigen in Brandhätte stecken können. Das Ehepaar war kaum droben, so fragteer sie, um ihr zu schmeicheln:hat dich der »erweiterte Vcn-ncr wieder gequält?" Jetzo knatterte ihr Feuerwerk, dessenGerüst schon lange im Gesicht gestanden, zischend los:ei, dukannst ihn freilich nicht leiden, deiner schönen gelehrtenNatalie wegen bist du auf ihn eifersüchtig. Denkst denn du,

ich weiß cs nicht, daß ihr mit einander die ganze Nacht imWalde herumgegangen, und daß ihr euch gehcrzet und ge-lüstet habt! Schön! Pfui! Das hätt' ich aber nicht ge-lacht Da mußte freilich der gute H. von Meyern diereizende Natalie mit aller ihrer Gelehrsamkeit sitzen lassen.Dcfcndir' dich doch!"

Firmian antwortete sanft:ich hätte den unschuldigenPunkt, der mich betrifft, vor dem Schulrath mit erzählt, hätt'

ich dir's nicht schon angesehen nehm' ich's denn übel, daßer dich unter meiner Reise gcküsset hat?" Das entflammte sienoch mehr, erstlich, weil es ja Firmian nicht gewiß wußtedenn richtig war's zweitens, weil sic dachte:jetzo kannstdu leicht vergeben, da du eine Fremde lieber hast als mich;" 'aber aus demselben Grunde, da sie ja auch einen Fremdenlieber hatte als den Mann, hätte sie ja auch verzeihen müssen. !

Anstatt seine vorige Frage zu beantworten, that sie, wie ge- ^ ,

wöhnlich, selber eine:Hab' ich noch jemanden scidne Vergiß-meinnicht gegeben, wie eine Gewisse einem Gewissen gcthan?Gottlob, ich habe meine ausgelöset noch in der Kommode."

Jetzo stritt Herz mit Herz in ihm; sein weiches wurde innigvon dem abfichtloscn Zusammenbinden so unähnlicher Vergiß-meinnicht durchdrungen; aber sein männliches wurde heftig ^