Es war, als wenn das Erdbeben der vorigen Frende denVorhang des Allcrhciligstcn, worin Stiefels Kopf als Cheru-bim flatterte, ganz entzwei gerissen hätte. Aber ich sage hier,die Wahrheit zu sagen, eine Lüge; denn Lenette suchte ab-sichtlich eine besondere Vorliebe für den Rath an den Tag zulegen, der vor Freude darüber sich von Arkadien nach Ota-heite, von da nach Eldorado, von diesem nach Walhalla ver-flattertc; ein gewisses Anzeigen, daß sein bisheriges Glück inFirmians Abwesenheit kleiner gewesen war. Der Rath er-zählte, „daß Rosa mit dem Heimlicher gebrochen, und daßder Venncr, den dieser zu einer Spinnmaschine brauchenwollte, sich zu einer Kriegsmaschine gegen ihn umgekehrt habe;der Anlaß sei die Nichte in Baircutb, die vom Venner denKorb erhalte», weil er sie im Kusse eines Baircuther Herrenangctroffen." — Firmian wurde brennend roth, und sagte:„Du elender Kakerlak! Der jämmerliche Schwindclhabcr hat„einen Korb bekommen, aber nicht gegeben. H. Rath, werden„Sie der Ritter des armen Frauenzimmers und durchbohren„Sie diese Mißgeburt von einer Lüge, wo Sie sic finden —„von wem haben Sie dieses Unkraut?" -— Der Stiefel wiesgelassen auf Lenetten: „von Ihnen da!" — Firmian fuhrzusammen: „von wem hast denn du cs?" — Sie sagte miteiner über das ganze Gesicht ausgelaufnen Wangenglut: „H. von„Meycrn waren hier bei mir und erzählten cs selber." DerRath fuhr dazwischen: „ich wurd' aber sogleich hcrgeholct,und schaffte ihn geschickt bei Seite." — Stiefel hielt um dieverbesserte Geschichte der Sache an. Firmian stattete furcht-sam und mit wechselnder Stimme einen günstigen Bericht vondem Rosenmädchcn ab — im dreifachen Sinne eines, wegender Rosen aus den Wangen, wegen ihrer siegenden Tugend,
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