die Freundschaft oder Liebe, die ein Mädchen für einen Jüng-ling hat, durch die Freundschaft, die sie zwischen ihm und sei-nen Freunden wahrnimmt, unter unfern Augen wächst, undsolche polypenartig in ihre Substanz verwendet. Daher hatteLeibgebcr ans Instinkt die seinige wärmer offenbart. UnsLiebhabern hingegen wird dergleichen elektrische Belegung, odermagnetische Bewaffnung unserer Liebe durch die Freundschaft,die wir zwischen unserer Geliebten und ihrer Freundin bemer-ken, nur selten bcscheert, so sehr auch durch die Bemerkungunsere Flamme wüchse; alles, was uns zufällct, ist der An-blick, daß unsere Geliebte unsertwegen gegen alle andere Men-schen erstarret, und ihnen nur Eistaffen und kalte Küche prä-sentirt, um uns einen desto feurigcrn Licbetrank zu kochen.Aber die Methode, das Herz, wie den Wein, dadurch geistiger,stärker und feuriger zu machen, daß man es um den Sied-punkt herum eingefrieren läffct, kann wol einer blinden, eigen-süchtigen, aber nie einer Hellen, menschenfreundlichen Seele ge-fallen. Wenigstens bekennt der Verfasser dieses, daß er, wenner im Spiegel oder im Wasser ersah, daß der Januskopf, dervor ihm ans dem einen Gesicht liebend zerfloß, sich ans demabgekehrten hassend gegen die ganze Erde verzog — er bekennt,daß er auf der Stelle ein oder ein paar solcher feindseligerGesichter selber nachgeschnitten habe, gegen den Januskopf.—Verläumdcn, schelten, hassen, sollte ein Mädchen des Abstichshalber wenigstens so lange nicht, als cs liebt; ist cs Haus-mutter, hat es Kinder und Rinder und Mägde, so wird ohne-hin kein billiger Mann gegen mäßiges Ergrimmen und gegenein bescheidenes Schmähen etwas haben. -— —-
Natalie hatte aus vielen Gründen in den sonderbarenAntrag gewilligt; weil er eben sonderbar war — weil ferner