Fünfzehntes Kapitel.
Rosa von Meyern — Nachklänge und Nachwehen der schönstenNacht — Briefe Nataliens und Firmians — TischredenLeibgcbcrs.
V
N^enn man in einer scuchtwarmen, gestirnten Lenznacht denArbeitern in einem Stcinsalzbergwerk ihr breites Wetterdachvon Erde über den Kopf abhöbc, und sie so Plötzlich aus ihremlichtervollen engen Keller in den dunkeln weiten Schlassaal derNatur, und aus der unterirdischen Stille in das Wehen undDüsten und Rauschen des Frühlings hcrausstellte: so wärensie gerade in — Firmians Fall, dessen bisher verschlosse-nen, stillen, Hellen Geist die vorige Nacht auf einmal mitneuen Schmerzen und Freuden und mit einer neuen Weltgewaltsam aus einander getrieben und verdunkelt hatte.Heinrich beobachtete über diese Nacht ein sehr redendes Still-schweigen, und Firmian verrietst sich umgekehrt durch ein stum-mes Jagen nach Reden. Er mochte die Flügel, die sich gesternzum erstenmal feucht außer der Puppe ausgedchnet hatten, zu-sammenlegen, wie er wollte, sie blieben immer länger als dieFlügeldecken. Es wurd' am Ende Leibgebern lästig und schwül;sic waren schon gestern schweigend nach Baireuth und ins Bettegegangen, und er wurde müde, wenn er die vielen Halbschat-Jean Naul's ausgew. Werke. IX. 14