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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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Alten glaubten, daß die herumflattcrnden Flammen der Nach-mitternacht sich am Morgen in eine Sonne verdichten*).

Ach! ich schwacher Unbekannter mit solchen Paradiesen,stand unter blätterlosen Zweigen traurig vor dem gestirntendunkelblauen Rhein, der wie ein himmlisches zwischen zweiRepubliken geknüpftes Band **) wallend auf der deutschenErde ausliegt, und mir war, als könnte der Durst und dasFeuer einer so kleinen Brust nur mit seinen großen Wellengelöscht werden. Ach, wir sind alle so: im flüchtigen Gefühleunsrer kleinen Größe und Wonne wollen wir alle an großenGegenständen ruhen und sterben, wir wollen alle uns in dentiefen Himmel stürzen, wenn er über uns zitternd funkelt, undan die bunte Erde, wenn sic neben uns wallend blüht, undin den unendlichen Strom, wenn er gleichsam aus der Ver-gangenheit in die Zukunft zieht.

Unsre Freundinnen und die Kinder hatten still den An-kerplatz so schöner Stunden verlassen ich sah sie singendwie Schwanen über die Wellen ziehen und in diese ihre Lcnz-blumen werfen, damit sic als Erinnerungen an unser Jnsel-ufer znriickschwämmen; und die zwei Kinder schliefen sauft instillen Armen zwischen der Pracht des Himmels und der Erde,und die Arme und die Lieder und die Fluthcn wiegten sie.

Als es 12 Uhr wurde und der Frühling seinen erstenMorgen hatte: suchte und rief uns alle Viktor auf den Bergzusammen, wir wußten noch nicht weswegen. Der Rhein klanghinauf und hinab die Hellen Frühlingtöne der Nachtigallglitten zerschneidend durch sein Brausen die Sterne der

*) Uomx. >Ie1. .Io 8. O. 1. 18.

**) Schweiz und Holland.