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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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sic gegen den zweiten sogleich nach der Kälte die Wärme über-treiben.

Arme Natalie! Mögen die Blüten und die Blumen derenglische Tastverband für die Schnitte in deinem Herzen wer-dcn nnd der milde Aethcr des Frühlings die Milchknr fürdeine cng-athmende Brust!" wünschte Firmian unaufhörlich inseiner Seele und fühlte es so schmerzlich, daß eine Unschuldigeso geprüft und gestraft werde wie eine Schuldige, nnd daßsie die reinigende Luft ihres Lebens anstatt von gesunden Blu-men sich von giftigen holen mußte*).

Den Tag darauf machte Siebenkäs weiter nichts als einenBrief, worunter er sich Leibgebcr Unterzeichnete, und worin erdem Grafen von Vaduz berichtete, daß er krank sei nnd sograugclb aussehe wie ein Schweizerkäse. Heinrich hast' ihmkeine Ruhe gelassen:der Graf, sagt' er, hat an mir einenblühenden nnd weißglühcndcn Inspektor gewohnt. Soaber, wenn er's schriftlich hat, findet er sich ins Wirklicheund glaubt, Du bist Ich. Zum Glück sind wir beide sonstMänner, die sich in keinem Mauthamt aufznknöpfen brau-chcn**), und die nichts unter der Weste führen als ihreNäbel."

Am Donnerstag stand Sicbenkäs unter dem Thore desGasthofes, und sah den Vcnncr in einem Churhabit mit einembelorbeerten Paradckopf und mit einem ganzen BarthischenWeinberg auf dem Gesicht zwischen zwei Frauenzimmern nach

*) Bekanntlich hauchen auch Giftpflanzen Lebenslust aus.

2*) Z. B. in Engelhardszell knöpfet die österreichische Mauthjeden Schmeerbauch auf, um zu sehen, ob der Speck kein Tuch sei.