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9 (1848) Siebenkäs : drittes und viertes Bändchen
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zurück. Ich habe ohnehin in der vornehmen Welt lange genuggelebt, doch nicht zu lange."

Heinrichs seltner Ernst hatte sie überwältigt. Sie setztein seine Rechtschaffenheit ein unerschütterliches Vertrauen, blosweil er ein sonderbarer Grund! bisher sich nicht in sieverliebet, sondern nur mit ihr befreundet hatte, ohne mithinihre Forderungen ans Herz durch seine cinznschränken. Sicwürde vielleicht ans den vcrheirathctcn Fiskal ihres Bräuti-gams, aufFirmian, gczürnct haben, wären ihm drei oder vierder besten Entschuldigungen äbgegangen nämlich seine gei-stige Aehnlichkeit mit Lcibgcber überhaupt, dann seine physio-gnomischc, welche sich vollends durch die Blässe so sehr verklärte,ferner sein rührendes Abendblatt und endlich sein ganzes mil-des liebevolles Wesen. Die gestrige Bitte, ihn Abends mit-zubringen, that sic nun zu Leibgcbers größter Freude zumzweitcnmale, so weh cs ihr auch um das ganze Herz herumwar.> Niemand nehme ihr aber die Halbtrauer über denuntcrsinkcndcn Venncr übel, oder ihren Jrrthum über ihn, dawir alle wissen, daß die lieben Mädchen so oft Empfindsamkeitmit Rechtschaffenheit, Briefe mit Thaten, und Diuten-Thränenmit einem ehrlichen warmen Blute verwechseln.

Nachmittags brachte Lcibgcber den Advokaten zu ihr, gleich-sam als seinen Beweis zum ewigen Gedächtniß, als seine syl-logistische Figur, als seine Nationen cksciclencki (Entscheidgrüudc),da der Vcnuer aus rationilmn cl»!>itancli (Zwcifelgründcn) be-stand. Aquiliana empfing den Advokaten mit einem fliehendenErröthcn, und dann mit einem kleinen Stolze aus Scham,aber doch mit der Zuneigung, die sie seiner Theilnahmc anihrer Zukunft schuldig war. Sic wohnte in den Zimmern derEngländerin; das blühende Lustthal lag draußen davor, wie